Staatspräsident hochbesorgt wegen Grönland-Streit

Nicușor Dan prüft zurzeit Trumps Friedensrat-Einladung

Luftaufnahme der Pituffik Space Base, ein Militärflugplatz der USA im südlichen Teil der Hayes-Halbinsel in Avanersuaq, im Nordwesten von Grönland. Der Flugplatz wurde im Jahr 1951 erbaut. Die Anlage dient unter anderem zur Überwachung von Raketenstarts und Weltraumaktivitäten. | Foto: USAF / Wikimedia Commons

Bukarest (ADZ) – Präsident Nicușor Dan hat sich „hochbesorgt“ wegen des eskalierenden Streits zwischen den USA und Europa um Grönland erklärt, nachdem US-Präsident Donald Trump an seinen Ansprüchen auf die weitgehend autonome, jedoch zu Dänemark gehörende Insel festhält und mit neuen Zöllen Druck auf Europa ausüben will. Der „direkte Dialog“ müsse umgehend wiederaufgenommen werden, „und zwar auf allen diplomatischen Ebenen“, schrieb Dan auf der Social-Media-Plattform X, nachdem Trump angekündigt hatte, Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland ab dem 1. Februar mit Strafzöllen belegen zu wollen – und zwar bis zum „vollständigen und totalen Erwerb Grönlands“ durch die USA. Die Regierung in Kopenhagen und ihre europäischen Verbündeten lehnen eine US-Übernahme Grönlands indes kategorisch ab. Da sowohl Dänemark als auch die USA der NATO angehören, droht der Konflikt um Grönland auch das Verteidigungsbündnis zu spalten. Wegen Trumps jüngster Zolldrohungen wollen die EU-Staats- und Regierungschefs noch in diesen Tagen zu einem außerordentlichen Gipfel zusammentreffen, auf dem eine koordinierte europäische Antwort überlegt werden soll.

In puncto der an Rumänien ergangenen Einladung des US-Präsidenten, seinem neuen Gaza-Friedensrat als „Gründungsmitglied“ anzugehören, erläuterte Präsidialrat Marius Lazurca im Gespräch mit dem Sender Antena 3, dass Nicușor Dan die „äußerst wichtige Initiative“ des US-Präsidenten zurzeit prüfe und keineswegs „überhastet“ antworten werde. Der Staatschef sei bemüht, die „Substanz“ der Einladung zu eruieren – Präsidialamt, Außenamt und Rumäniens Botschaften in Brüssel und Washington würden gegenwärtig alle Aspekte der Angelegenheit eingehend analysieren, so Lazurca.