Bukarest (ADZ) – Staatspräsident Nicușor Dan will nach eigenen Angaben eine Teilreform des diplomatischen Korps durchziehen – erste Änderungen hätten noch bis zum Sommer umgesetzt zu werden, sagte der Staatschef im Gespräch mit dem öffentlich-rechtlichen Hörfunksender Radio România Actualități. In den kommenden Wochen werde er „40 bis 50 Botschafter“ abberufen, einschließlich aus „wichtigen Hauptstädten“ – zum einen, weil die standardmäßige vierjährige Amtszeit im Fall vieler von ihnen ablaufe oder längst abgelaufen sei, zum anderen allerdings auch wegen der fehlenden wirtschaftsdiplomatischen Aktivität der Gesandten, so Dan.
Rumäniens diplomatisches Korps sei im Großen und Ganzen ein durchaus professionelles, doch hapere es offenkundig beim Kapitel Wirtschaftsdiplomatie, auf die bisher kaum gesetzt worden sei, erläuterte das Staatsoberhaupt. Aus seiner Sicht habe ein Botschafter ein Gespür für den Markt des Gastgeberlandes zu entwickeln, konstant das Gespräch mit dessen Unternehmen sowie Opportunitäten für rumänische Firmen zu suchen und letzteren soweit möglich die Türen zu öffnen. In diesem Punkt habe es bisher eindeutig an Vision gefehlt, während seiner Amtszeit wolle er daher vermehrt auf die Wirtschaftskomponente als fortan wesentlicher Bestandteil der rumänischen Diplomatie setzen, betonte Dan.
Die ersten Abberufungen nahm der Staatschef bereits Anfang laufender Woche vor – so müssen Rumäniens Botschafter in Zypern, Dan Mihalache, ein früherer Berater von Ex-Präsident Klaus Johannis, sodann der im Libanon akkreditierte Botschafter Radu-Cătălin Mardare, des Weiteren Rumäniens Botschafterin auf den Philippinen, Răduța Matache, sowie der Botschafter unseres Landes in der Türkei, Ștefan-Alexandru Tinca, umgehend die Heimreise antreten.





