Bukarest (ADZ) – Nach kritischen Äußerungen des liberalen Regierungschefs werfen die Sozialdemokraten ihm vor, ein strategisches Energieprojekt und die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten zu gefährden. PSD-Chef Sorin Grindeanu erklärte laut TVR, Bolojan überschreite mit seinen Aussagen die verfassungsmäßigen Grenzen eines nur noch geschäftsführenden Regierungschefs. Grindeanu warnte zudem, dass die Aussagen des Premiers bereits Auswirkungen auf die Aktienkurse von Nuclearelectrica und deren internationalen Partnern gezeigt hätten.
Der frühere PSD-Energieminister Bogdan Ivan sagt, die Energiepartnerschaft mit den USA rund um die Projekte in Cernavodă und Doicești sei das letzte greifbare Bindeglied zwischen den beiden Ländern. Bolojan wolle nun auch dieses Projekt stoppen, obwohl die rumänischen Steuerzahler die Investition nicht finanzieren müssten.
Bolojan hatte am Mittwoch erklärt, das Projekt der kleinen modularen Reaktoren (SMR) in Doicești habe „ernste Probleme bei der Wirtschaftlichkeit“ und müsse sorgfältig geprüft werden. Bisher hätten die Investitionen keine konkreten Ergebnisse gebracht. Auch die Energieexpertin Otilia Nuțu hält das Vorhaben für wirtschaftlich problematisch: Fünf bis sechs Mrd. Dollar für ein Kraftwerk mit 460 Megawatt Leistung seien kaum über Marktpreise refinanzierbar. Wahrscheinlich werde daher der Staat die Differenz zwischen dem Marktpreis und den zur Amortisierung des Produktionsaufwands notwendigen Preises ausgleichen müssen.
Nuclearelectrica widersprach den Vorwürfen und teilte mit, das Projekt werde von der Internationalen Atomenergie-Organisation unabhängig überprüft. Für die Finanzierung seien neue Investoren, Exportkredite und Zuschüsse vorgesehen. Die gemeinsam mit dem US-Unternehmen NuScale Power entwickelte Anlage gelte international als bedeutendes Referenzprojekt.





