Streit um Zukunft der Krankenversicherung

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Bukarest (ADZ) – Gesundheitsminister Alexandru Rogobete will das Monopol der staatlichen Krankenkasse (CNAS) aufbrechen und ein Wettbewerbssystem mit mehreren öffentlichen und privaten Kassen einführen. Ein Monopol schließe Wettbewerb aus, sagte er dem Portal G4Media. Entscheidend sei nicht neue Infrastruktur, sondern eine Reform der Finanzierung und der Organisation der Krankenversicherung. Ihm widerspricht CNAS-Chef Horațiu Moldovan. Reformen seien nötig, doch „die Zerschlagung des Monopols“ sei der falsche Weg. Vorrang habe eine echte Autonomie der Krankenversicherung mit einem effizienten Mitteleinsatz für Patienten. Das jetzige System garantiere ein einheitliches Basispaket unabhängig von Einkommen, Alter oder Gesundheitszustand und beruhe auf Solidarität: Gesunde zahlten für Kranke, Besserverdiener für Schwächere. Eine Verlagerung des Sozialfonds in private Verwaltung sende das falsche Signal, dass der Staat nicht handlungsfähig ist, betont Moldovan. Wettbewerb gehöre in den Bereich freiwilliger Zusatzversicherungen, nicht in den solidarischen Kernfonds.

Mehrere Kassen bedeuteten zudem höhere Verwaltungskosten, parallele Strukturen und Marketingausgaben. Ohne strenge Regeln drohe eine Zwei-Klassen-Medizin. Probleme wie Bürokratie, veraltete IT, schwache Kontrolle und teure Beschaffungen lägen im Management, nicht im Ein-Kassen-Modell.
Moldovan fordert daher volle Vertragsfreiheit für die CNAS, die digitale Vernetzung aller Anbieter, transparente Einkäufe, eine leistungsbezogene Finanzierung und den Ausbau freiwilliger Zusatzpolicen.