Bukarest (ADZ) – Um den unliebsamen Regierungs- und PNL-Chef Ilie Bolojan loszuwerden, ist die PSD mittlerweile sogar bereit, auf die kommendes Frühjahr anstehende Rochade an der Regierungsspitze zu verzichten und Bolojans erhofften liberalen Amtsnachfolger bis 2028 durchregieren zu lassen: Wie die Sender Pro TV und Antena 3 übereinstimmend unter Berufung auf PSD-Kreise berichteten, überlegen die Sozialdemokraten neuerdings, den Koalitionsvertrag in diesem Sinne novellieren zu lassen, sollte die PNL im Gegenzug Bolojans Abgang zustimmen. Besagten Deal wolle die PSD den Liberalen gleich nach ihrem internen Referendum über den Verbleib in einer Koalitionsregierung unter Regierungschef Bolojan unterbreiten, berichteten die beiden TV-Sender.
Der liberale Europaabgeordnete Virgil Popescu sagte daraufhin in einer ersten Reaktion, kein Liberaler werde jemals zustimmen, dass der eigene Premier, ob man ihn nun möge oder nicht, „von der PSD ausgetauscht“ werde. PNL-Vize Alexandru Muraru hob seinerseits hervor, dass die PSD mit ihren Dauerattacken auf Bolojan diesem de facto zum Status eines Helden verholfen habe – im kollektiven Bewusstsein sei Bolojan längst derjenige, der Reformen trotz allen Widerstandes der PSD durchziehe. Muraru erklärte, nach dem internen Referendum der PSD mit einem „wochenlangen Druck“ auf die PNL und ihren Parteichef zu rechnen – es sei nicht auszuschließen, dass die PSD sogar versuchen werde, Staatspräsident Nicușor Dan in ihre Pläne einzubeziehen, damit dieser Bolojan absetze.
Dazu befragt, äußerte sich Präsident Dan am Dienstag am Rande eines Arbeitsbesuchs in Temeswar abermals vage: Er werde vermitteln, damit „Rumäniens Kernprojekte fortgeführt“ werden könnten, so das Staatsoberhaupt.





