Verdacht auf Sabotage an deutschen Kriegsschiffen: Rumäne festgenommen

Die Korvette "Emden" Foto: Philip Dulian/dpa

Hamburg/Tulcea (ADZ/dpa) – Ein 37-jähriger Rumäne und ein 54-jähriger Grieche stehen nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg im dringenden Verdacht der Sabotagehandlungen an Korvetten der deutschen Marine – beide sind bereits festgenommen worden. Zudem wurden Wohnungen der beiden Beschuldigten in Hamburg, im südostrumänischen Kreis Tulcea und im griechischen Bezirk Rodopi durchsucht – neben der für justizielle Zusammenarbeit zuständigen EU-Behörde Eurojust, die die Maßnahmen koordinierte, waren auch das Landeskriminalamt Hamburg sowie griechische und rumänische Strafverfolgungsbehörden bzw. hierzulande die Antimafiastaatsanwaltschaft DIICOT beteiligt. Berichten der Tulceaer Lokalpresse zufolge ist der verdächtige 37-jährige Marian L. vorbestraft.

Den beiden beschuldigten Hafenarbeitern wird vorgeworfen, letztes Jahr während ihrer Tätigkeit im Hamburger Hafen an mehreren Korvetten der deutschen Marine Sabotagehandlungen vorgenommen zu haben – nach Angaben einer Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft sollen sie teils allein, teils gemeinsam mehr als 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock eines der Schiffe eingebracht, Frischwasserzuleitungen zerstochen, Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik deaktiviert haben. Wie der öffentlich-rechtliche Sender ZDF berichtete, handelt es sich bei den betroffenen Schiffen um die Korvetten „Köln“ und „Emden“. Wären die betreffenden Sabotagehandlungen unentdeckt geblieben, hätten sie zu erheblichen Schäden an den Korvetten oder zumindest zu deren verspätetem Auslaufen führen können, wodurch die Schlagkraft der Truppe und damit auch die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland gefährdet worden wäre, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft weiter. 
Alle Schiffe hatten auf einem Gelände der Werft Blohm+Voss im Hamburger Hafen gelegen und waren für die deutsche Marine bestimmt. Die Hintergründe der mutmaßlichen Sabotagehandlungen sind bisher noch unklar.