„Das Groteske, Abgründige, das Traumhafte, nahezu Kafkaeske“, steht bei den 23 Kurzgeschichten von Florin Irimia im Fokus, so verspricht es die Rückseite des Buches „Der Mann hinter dem Nebel“. Das können die Texte – die im Rumänischen 2021, und vergangenes Jahr im Dittrich-Verlag im Deutschen (Übersetzt von Peter Groth) erschienen sind – durchaus einhalten. Doch natürlich gibt es schwächere und stärkere Geschichten.
Denn die einzelnen Geschichten sollen – so verspricht es die Rückseite – lose miteinander verbunden sein. Dies ist jedoch schwer zu erkennen. Vor allem fällt auf, dass sie selbsterklärend vom selben Autor stammen und denselben Stil haben. Dennoch scheint es meistens um komplett andere Personen zu gehen, in unterschiedlichen Altern.
In einem Text geht es um einen Jungen, der bei einer Reise in Jugoslawien ins Wasser fällt (oder geschubst wird?) und dann am Meeresboden ein Fahrrad sieht, dass er erreichen möchte, bevor ihn sein Vater aus dem Wasser zieht und rettet.
Ein paar Seiten weiter geht es um einen jungen Mann, der unter einer Beziehung leidet, die er nicht beenden kann. Zwar geht seine Freundin mehrmals fremd (was er ihr einmal dann auch gleichtut) dennoch kann er sich nicht ganz von ihr trennen, bis er es dann doch schafft.
Am Anfang bei „Ein Kätzchen“ geht es außerdem um einen sehr einsamen Jungen, der immer auf einen Baum klettert, um alleine zu sein und die Wohnungen seiner Nachbarn beobachtet.
Manche Texte sind magischer, mache realistischer, manche sind in der Ich-Perspektive geschrieben, manche haben einen auktorialen Erzähler, manche sind sehr traurig, geradezu depressiv, andere positiver, manche wirken etwas platt, manche ziehen einen in ihren Bann. Jeden Leser werden unterschiedliche Geschichten mehr ansprechen, als andere.
Dadurch ist es schwer, ein allgemeines Fazit über das Werk zu fällen. Gerade dadurch, weil die Geschichten nicht wirklich merkbar verbunden sind, neigt man dazu, nach dem Lesen von einer Geschichte das Buch wegzulegen und vielleicht nicht mehr aufzunehmen. Dennoch gibt es einige literarische Schätze und interessante Gedanken und Geschichten zu entdecken, weshalb besonders Kurzgeschichtenfans das Buch durchaus empfohlen werden kann.





