Der „Rolf-Bossert-Gedächtnispreis“, der seit 2020 anlässlich der „Deutschen Literaturtage in Reschitza“ verliehen wird und von einer fünfköpfigen Jury nach langer, mühevoller Lese-, Wertungs- und Vergleicharbeit der Einsendungen per unanfechtbarer Mehrheitsentscheidung bestimmt wird, entwickelt sich zu einer Prestigesache. Die bisherigen Preisträger – Alexander Estis (2020), Britta Lübbers (2021), Bastian Kienitz (2022), Christian T. Klein (2023), Dietrich Machmer (2024) und Nicole Quaß (2025) – erwiesen sich als vielversprechende Namen der Poesieszene in deutscher Sprache. Aber auch als Gewinn für die alljährlich in Reschitza organisierten Deutschen Literaturtage, denn sie nehmen daran teil und bringen immer wieder neue (Weiter)Entwicklungen ihres Schaffens zu Gehör. Fallweise auch zu Gesicht (Bastian Kienitz etwa erwiest sich immer mehr als Multitalent, indem er Aufmerksamkeit erregt durch seine innovativen Fotostudien und -collagen, zu denen er anregende Gedichte schreibt).
Wir bringen nun auf der ADZ-Kulturseite die Stellungnahmen der drei Hauptakteure der Verleihung des diesjährigen „Rolf-Bossert-Gedächtnispreises“, Hellmut Seiler, der die Stiftung des Preises anregte und dem „Rolf-Bossert-Freundeskreis“ vorsteht, Dietrich Machmer, der als Preisträger der vorvormaligen Ausgabe der Jury – der/die Preisträger(in) der Ausgabe von vor zwei Jahren ist der/die jeweils wechselnde Juryvorsitzende der laufenden Ausgabe – vorstand und jetzt die Laudatio spricht und der Preisträger selbst, dem die Dankesrede zufällt.
Die Preisverleihung fand wieder – und das gehört zu den Besonderheiten der Veranstaltung, die vom Hauptveranstalter Erwin Josef Țigla mit viel Bedacht ausgeheckt werden – an einem besonderen Ort in Reschitza statt: in einem aus Stahl und Glas geschaffenen Neubau des Reschitzaer Nahverkehrsunternehmens TUR, der Intermodalstation (das ist die Endstation der neuen Straßenbahnlinie, von wo man umsteigen kann zu den Bussen, die in die bergwärtigen Vororte von Reschitza sowie in die ehemaligen deutschen Niederlassungen am Semenik, Franzdorf/Văliug (dem Ort, wo Rolf Günther Bossert seine Ferien im Josephinental verbrachte), Wolfsberg/Gărâna und Weidenthal/Brebu Nou fahren). Und: diese Intermodalstation ist keine hundert Meter von Rolf Bosserts erster Schule, aber auch keine 300 Meter von seinem Geburtshaus in der Castanilor-Straße in Reschitza entfernt.
Die zweite Besonderheit der Preisverleihung 2026: der Reschitzaer Bürgermeister Ioan Popa ließ es sich nicht nehmen, trotz später samstäglicher Stunde in der Vorosterzeit dabeizusein und die Gesellschaft aus ganz Europa angereister deutschsprachiger Literaten zu begrüßen. (wk)





