„Vögel und andere Totemtiere“

Ausstellung inspiriert von Max Ernst im Goethe-Institut

Die Studierenden vor ihren Werken. In der Mitte steht Dr. Matei Șerban Sandu links neben Markus Huber, der gerade seine Eröffnungsrede ins Mikrofon spricht.

Die Werke im Pavillon des Goethe-Instituts Fotos: Valentin Brendler

Das Goethe-Institut Bukarest widmet sich zum 50. Todestag von Max Ernst in verschiedenen Formaten dem surrealistischen Künstler. Den Auftakt bildete die Ausstellung „Vögel und andere Totemtiere“, die am vergangenen Freitag bei einer Vernissage eröffnet wurde. Organisiert wurde sie vom Goethe-Institut  gemeinsam mit dem Fachbereich Grafik von UNArte (Universitatea Națională de Arte București/Nationale Kunstuniversität von Bukarest). Die Ausstellung soll ein Startpunkt sein, tiefer in das Werk von Max Ernst einzusteigen, so der Leiter des Goethe-Instituts, Markus Huber, bei seiner Eröffnungsrede.

Jedoch werden im Goethe-Institut natürlich keine Originale oder gar Kopien von Max Ernst präsentiert. Zu sehen sind Werke von 25 Studierenden im Fachbereich Grafik der UNArte. Diese haben sich mit Max Ernst auseinandergesetzt und Druckgrafiken erstellt. 

Der „Loplop“ als Alter Ego

Im Fokus stand dabei vor allem der „Loplop“ von Max Ernst. Dies ist ein Vogel, der in vielen Werken des deutschen Künstlers auftaucht und sozusagen sein Alter Ego darstellt. Die Studierenden haben in der Universität darauf beruhend zuerst eigene Alter Egos erdacht und diese in Collagen verewigt. Vollendet wurden die Werke durch die Techniken der Kaltnadelradierung (pointe sèche) und der Aquaforte.

Kuratiert wurde die Ausstellung vom Universitätsdozent Dr. Matei Șerban Sandu, der ebenfalls bei der Vernissage vor Ort war. In seiner Rede zählte er verschiedenste Künstler auf, die für die Studierenden ebenfalls wichtig waren.

Die Namen der Ausstellenden: Alesandra Pleța, Alexandra Costache, Alexia Ilică, Amalia Popescu, Ana Badea, Andra Bucur, Andra Vîslă, Bianca M. Calcan, Cristiana Sărățeanu, Cristiana Telegaru, David Deca, Denisa Lemos, Elena Petrache, Ilinca Gurei, Ilinca Romila, Ioana Costiuc, Larisa Murariu, Livia Ivanov, Luca [ofron, Maia Vlad, Miriam Leonte, Raul Duicu, Roxana Savu, Ștefan Nicolae und Teodora Iliescu.

Max Ernst und die Angst vor der weißen Leinwand

Markus Huber dankte den Künstlern für die tolle Ausstellung. Darüber hi-naus hob er das Schaffen von Max Ernst hervor: „Er war ein Visionär, der Artformen erfunden und sie auch populär gemacht hat!“. Getrieben war er dabei laut Huber von der „Angst vor der weißen Leinwand“. Um diese zu überwinden, hat Ernst viele seiner Techniken entworfen. „Er ist dabei stets über Grenzen gegangen“, so Huber weiter: „wortwörtlich, von Deutschland, Frankreich und den USA, aber auch metaphorisch zwischen verschiedenen Artformen“.

Gerade Collagen seien die Grundlage der kontemporären Meme-Kultur, oder verschiedenster Remixe.  Außerdem sah Markus Huber, im Bezug zur „Angst vor der weißen Leinwand“, auch eine andere Parallele: eine soziale. So sei es wichtig, die Angst vor neuen Begegnungen, neuen Kontexten (sozusagen das „weiße Blatt“) zu überwinden. Womöglich können die Kunsttechniken und die Ausstellung zum Denken über dieses Thema anregen.

„Vögel und andere Totemtiere“ ist noch bis Samstag, 30. Mai, im Pavillon des Goethe-Institutes zu sehen. Um die Ausstellung besuchen zu können, sollte man sich an die E-Mail oana.lapadatu@goethe.de wenden. Jedoch sind die Werke auch den Monat über  im Pavillon zu sehen, z. B. wenn eine andere Veranstaltung vor Ort stattfindet.