28. Nationales Geschichtskolloquium des Museums Cotroceni

Es geht um Geschichte und Kulturschätze des Ensembles Cotroceni, über Geschichte des Königtums in Rumänien

Bukarest – Am heutigen Dienstag und morgen findet im Museum des ehemaligen Königsschlosses und heutigen Präsidialsitzes auf Schloss und Stadtdomäne Cotroceni das 28. (Inter-) Nationale Geschichtskolloquium statt. Thema sind wissenschaftliche und kulturelle Aspekte rund um das rumänische Königtum (19. – 20. Jahrhundert), das Bauensemble Cotroceni, Persönlichkeiten, die damit in Verbindung standen und stehen sowie Ereignisse, die von hier ausgehend die Entwicklung Rumäniens geprägt haben, heißt es in einer Mitteilung der Museumsleitung.

Im Programm sind mehr als 80 Vorträge verschiedener Art verzeichnet, für die Forscher und Fachleute aus Museen, Bibliotheken, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Archiven und Kulturinstitutionen zeichnen. 2026 sind als Gäste Forscher aus Albanien und Italien eingeladen worden. Referiert wird in zwei großen separaten Bereichen: Geschichte und Kulturgut.

Im Bereich Geschichte gibt es eine Gruppe von Vorträgen zu „Persönlichkeiten und bedeutsame Ereignisse der Geschichte Rumäniens in der Zeitspanne 16. – 20. Jahrhundert“. Ein anderer Geschichtsbereich, der mit Vorträgen abgedeckt wird, ist „Das Königtum in der Geschichte Rumäniens (19. – 20. Jahrhundert)“. Dabei dreht es sich um diverse Aspekte der Königsfamilie Rumäniens, ursprünglich ein Zweig der Hohenzollern-Sigmaringen. Eine weitere Untersektion ist betitelt: „Demokratie unter Bedrohung: von der Geburt des Marxismus bis zum Fall des Kommunismus“. Es geht hier um Analysen der europäischen Gesellschaften aus der Perspektive „marxistisch-komunistischer gesellschaftlicher Experimente“ und deren positive und negative Folgen. Eine weitere Untersektion beschäftigt sich mit „Frauenporträts von einst“, wobei es um das Bild der Frau vom Mittelalter bis zur Neuzeit geht, indem beispielhaft Einzelporträts von Frauen analysiert werden.

In der Makrosektion „Nationales – mobiles und immobiles – Kulturgut“ geht es um die Gedächtnisdimension und die geschichtliche Bedeutung der diversen Komponenten des Kulturguts, das auf Schloss Cotroceni – doch nicht nur dort – bewahrt wird, um Kulturgüter und Geschichtsdenkmale, aber auch um Restraurierungsfragen und Fragen der Bewusstmachung von Kulturgut im öffentlichen Gedächtnis.

Anlässlich des 28. Internationalen Geschichtskolloquiums des Museums Cotroceni organisiert dieses eine Sonder-Ausstellung: „Hundert Jahre seit dem Besuch der Königin Maria in Amerika (1926 – 2026)“. Partner des Museums sind dabei die Nationalarchive Rumäniens, die Diplomatischen Archive des Außenministeriums und die Sammlung Daniel-Cosmin Obreja. Die seinerzeitige Reise der Königin Maria nach Amerika galt einerseits der Festigung der Verbindungen mit der damals noch jungen rumänischen Diaspora in den USA, andrerseits sollte mit der US-Regierung ein Aufschub und eine Verkleinerung der Raten einer Außenschuld Rumäniens ausgehandelt werden, die nach dem Ersten Weltkrieg und nach Gründung Großrumäniens aufgenommen worden war (die Zeitungen jener Zeit berichten ausführlich darüber). Aus der Presse jener Zeit ist auch herauszulesen, dass die Königin Maria damals bei den Auslandsrumänen eine finanziell ins Gewicht fallende Kollekte initiieren konnte, mit der diese Auslandsschuld verringert wurde. Nicht zuletzt diente die Reise propagandistischen Zwecken: der Verbesserung des Bilds Rumäniens in Übersee. Ähnlich wie jüngst mit Großbritanniens König Charles III. gab es auch vor 100 Jahren rund um die Rundreise der Königin Rumäniens in den besuchten US-Städten (fast ausnahmslos solche, wo es eine starke rumänische Gemeinschaft gab) viel Rummel und Aufsehens. Den US-Medien gefiel vor allem der für Königin Maria charakteristische geschickt inszenierte Nonkonformismus.

Die Beiträge zum 28. Internationalen Geschichtskolloquium des Museums Cotroceni werden in zwei Sammelbänden zusammengefasst und öffentlich zugänglich gemacht.