Anklage im Mordfall von Tschene

Nur zwei der drei Beteiligten verantworten vor Gericht

Temeswar – Im Mordfall in der Temescher Gemeinde Tschene/Cenei, der zu Jahresbeginn landesweit für Entsetzen sorgte, haben die Ermittler ihre Untersuchungen abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, und zwei der drei Jugendlichen, die am Tod des 15-jährigen Mario Berinde beteiligt gewesen sein sollen, werden vor Gericht verantworten müssen.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde der Hauptverdächtige M.D.A. wegen qualifizierten Mordes und Störung der Totenruhe angeklagt. Gegen den zweiten Jugendlichen, B.R.P., wird wegen Störung der Totenruhe und Begünstigung des Täters ermittelt. Beide befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft.

Nach Angaben der Ermittler soll die Tat bereits etwa einen Monat im Voraus geplant worden sein. Am Abend des 19. Januar dieses Jahres hätten die beiden Jugendlichen auf eine Gelegenheit gewartet und den 15-jährigen Mario Berinde angegriffen. Demnach wurde der Junge mit einem Beil sowie mit einem Messer attackiert, bis er zu Boden stürzte.

Die Staatsanwaltschaft erklärt zudem, dass der mutmaßliche Haupttäter M.D.A. nach der Tötung gemeinsam mit dem 13-jährigen R.M.D. und später auch mit B.R.P. den Leichnam misshandelt habe. Die drei Jugendlichen sollen den Körper des Opfers angezündet und anschließend im hinteren Teil des Gartens vergraben haben. B.R.P. habe den anderen beiden außerdem aktiv geholfen, die Leiche zu beseitigen und Spuren der Tat zu verwischen.

Der dritte beteiligte Jugendliche, der zum Zeitpunkt der Tat erst 13 Jahre alt war, kann strafrechtlich nicht belangt werden. Gegen ihn wurde das Verfahren eingestellt, da nach rumänischem Recht Minderjährige unter 14 Jahren strafunmündig sind. Das Temescher Gericht ordnete stattdessen eine dringende Schutzmaßnahme an: Der Junge wurde in eine Notaufnahmeeinrichtung des Kinderschutzes untergebracht.