Temeswar (ADZ) – Der Temeswarer Arzt und Manager des Pius-Brînzeu-Kreiskrankenhauses, Dorel Săndesc, ist im Zusammenhang mit einem tödlichen Verkehrsunfall aus dem Jahr 2018 zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil wurde am 13. März vom Amtsgericht Temeswar verkündet. Das Gericht setzte eine Bewährungsfrist von zwei Jahren fest. In dieser Zeit muss Săndesc mehrere Auflagen erfüllen, darunter regelmäßige Meldungen beim Temescher Bewährungsdienst sowie die Mitteilung von Wohnsitz- oder Arbeitsplatzwechseln und Angaben zu seinen Einkommensverhältnissen. Zudem wurde der Arzt verpflichtet, an einem Programm zur sozialen Wiedereingliederung teilzunehmen und 60 Tage gemeinnützige Arbeit zu leisten. Bei Verstößen gegen die Auflagen oder im Falle einer neuen Straftat kann die Bewährung widerrufen und die Haftstrafe vollstreckt werden.
Im selben Verfahren gab das Gericht auch einer zivilrechtlichen Forderung des Kreiskrankenhauses statt. Die Versicherungsgesellschaft Omniasig Vienna Insurance Group wurde verpflichtet, 825.650 Lei als Kosten für die medizinische Behandlung der Verstorbenen zu zahlen. Săndesc selbst muss zudem 10.000 Lei Gerichtskosten tragen. Gegen das Urteil kann innerhalb von zehn Tagen Berufung eingelegt werden. Der Prozess geht auf einen Verkehrsunfall zurück, der sich am 9. April 2018 in der Vorortgemeinde Girok/Giroc ereignete. Nach den Ermittlungen hatte Săndesc am Steuer eines Jaguars ein „Vorfahrt gewähren“-Schild missachtet und war mit einem Fahrzeug zusammengestoßen, in dem sich ein Ehepaar und dessen Tochter befanden. Das Auto wurde gegen einen Brückenkopf geschleudert; die auf der Rückbank sitzende Frau erlitt schwere Verletzungen und starb später im Krankenhaus.
Während des Verfahrens hatte die Verteidigung unter anderem geltend gemacht, dass nicht die Unfallverletzungen, sondern mögliche im Krankenhaus erworbene Infektionen für den Tod ausschlaggebend gewesen sein könnten. Zudem wurde argumentiert, der Fahrer des anderen Fahrzeugs habe zum Unfall beigetragen. Das Gericht wies diese Einwände zurück und stellte fest, dass die Hauptursache des Unfalls die Missachtung der Vorfahrt durch den Angeklagten war. Die Ermittlungen hatten rund fünf Jahre gedauert und umfassten technische und kriminalistische Gutachten. Săndesc räumte den Vorwurf ein, bestritt jedoch, allein verantwortlich zu sein.




