Arad (ADZ) – Ein externer Prüfbericht zur Verwendung von Geldern an der staatlichen Aurel-Vlaicu-Universität in Arad wirft Fragen zur internen Finanzkontrolle auf. Wie die Arader Lokalpresse berichtet, war der Abschlussbericht bereits im August 2025 an die Hochschule übermittelt worden, er wurde den Mitgliedern des Universitätssenats jedoch erst jetzt vorgelegt.
Nach Angaben einer Arader Zeitung handelt es sich um eine interne Prüfung, deren Inhalte jedoch von öffentlichem Interesse seien, da sie den Umgang mit staatlichen Mitteln und Studiengebühren betreffen. Im Mittelpunkt steht demnach die Nutzung einer auf die Universität ausgestellten Bankkarte durch eine Person aus der Hochschulleitung im Zeitraum Januar 2020 bis Juni 2023. Der externe Prüfer habe für mehrere mit der Karte getätigte Ausgaben keine vollständigen Belege wie Abrechnungen, Rechnungen oder Dienstreiseanordnungen vorgefunden. Bezahlt worden seien unter anderem Auslandsreisen, Hotelaufenthalte im In- und Ausland – darunter in Dubai und Kuba –, Mietwagen in Kanada sowie Restaurant- und Treibstoffkosten. Teilweise seien Beträge später zurückerstattet worden, jedoch nicht in allen Fällen. Die Universität habe auf Anfrage mitgeteilt, dass sich die betreffende Karte im Besitz der damaligen Rektorin Ramona Lile befunden habe. Das Konto, mit dem die Karte verknüpft gewesen sei, sei unter anderem für den Eingang von Studiengebühren genutzt worden. In einzelnen Monaten hätten sich dort nach Angaben aus Universitätskreisen Beträge von mehr als 300.000 Lei befunden.
Der Prüfbericht bemängelt demnach insbesondere das Fehlen interner Regelungen zur Nutzung von Institutionskarten, fehlende Genehmigungen im Rahmen der vorbeugenden Finanzkontrolle sowie nicht vorgelegte Nachweise zu Unterkunfts- und Transportkosten. Die festgestellten Vorgänge entsprächen nicht vollständig den gesetzlichen und internen Anforderungen und bergen laut Bericht erhebliche Risiken, etwa hinsichtlich nicht autorisierter Ausgaben oder möglicher Verstöße gegen die Finanzdisziplin. Konkrete Schadenssummen werden in dem Bericht nicht beziffert. Empfohlen werden unter anderem eine vollständige Überprüfung aller Transaktionen, die Einführung klarer interner Vorschriften für die Kartennutzung sowie gegebenenfalls disziplinarische Maßnahmen und die Rückforderung nicht belegter Beträge. Die Universität teilte weiter mit, derzeit werde eine interne Analyse der betreffenden Transaktionen durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Prüfung hätten interne Regelungen keine konkreten Ausgabenobergrenzen oder detaillierten Vorgaben zur Nutzung solcher Karten vorgesehen.
Der Kontext gilt in Arad als sensibel: In der vergangenen Woche hatte Ramona Lile vor dem Obersten Kassations- und Justizhof in einem Verfahren gegen das Bildungsministerium Recht erhalten. Das Gericht verpflichtete das Ministerium, einen neuen Bestätigungsbeschluss für ihre Wahl zur Rektorin nach den Wahlen von Dezember 2023 zu erlassen. Zugleich besteht ein anderes rechtskräftiges Urteil, wonach ein gegen sie verhängtes Plagiatsverdikt weiterhin gültig ist. Nach Angaben der Universität wurde die betreffende Bankkarte nach Amtsantritt des derzeitigen Rektors Teodor Florin Cilan annulliert. Derzeit sei kein Konto der Universität mit einer Bankkarte verbunden. Wann sich der Senat der Universität mit dem Prüfbericht befassen wird, ist derzeit offen.




