Reschitza – In den vier Wochen seit Beginn des laufenden Jahres 2026 wurden bei der Direktion für Öffentliche Gesundheit, DSP, in Reschitza 48 Grippefälle statistisch erfasst, von denen 17 einen Krankenhausaufenthalt erfordert haben. Todesfälle wegen Grippe hat es glücklicherweise keine gegeben. „In ihrer Mehrheit waren die Grippeerkrankungen, bei denen der medizinische Notfalldienst UPU zum Eingreifen aufgefordert wurde, leichte bis mittelschwere Erkrankungen“, sagte Dr. Alexandru Ciuta von UPU Karasch-Severin in einem Pressegespräch. „Schwere oder aggressive Grippeerkrankungen hatten wir bisher noch keine – insofern wir um Hilfe angegangen wurden.“
Rekurrenz verzeichne man allerdings betreffs des nach wie vor starken Andrangs bei der Notaufnahmestelle UPU des Reschitzaer Kreis-Notfallkrankenhauses: Es kämen nach wie vor sehr viele Patienten, deren Krankheit ohne Weiteres von den Familienärzten oder in Ambulatorien erkannt und gelindert werden könne und die eigentlich nicht Hals über Kopf, meist in leichter bis mittlerer Panik und entsprechender Nervosität (auch ihrer Begleiterinnen und Begleiter), zur Notaufnahme drängen müssten. Die also keine realen Notfälle sind.
Dr. Ciuta: „Allerdings ist bekannt, dass dies ein Problem auf nationaler Ebene ist, und nicht nur auf dieser. Erkrankte drängeln sich sofort bei UPU in die Wartesäle. Oft mit leichten Erkrankungen. Natürlich untersuchen und behandeln wir jeden, der an unsere Hilfe appelliert, nur müssen auch die Patienten und deren Begleiterinnen und Begleiter verstehen, dass man, bei Überfüllung der Wartesäle, eben auch Geduld braucht. Es gibt für die Notfallbehandlung einen Triage-Code, der auch die Dringlichkeit der Behandlungsnot beschreibt, je nach Schwere der Erkrankung. Und dieser Code bestimmt dann die Reihenfolge, in der man behandelt wird. Nicht die zeitliche Reihenfolge, wer wann angekommen ist. Was jedem, der sich an UPU wendet, einleuchten muss.“
Dr. Alexandru Ciuta beklagte die Nervosität in den Wartesälen, die häufig zu verbaler, manchmal auch zu physischer Aggression (der Arzt sagte wörtlich: „Aggressivität im Benehmen“) ausartet, weil manche Patienten und Begleiter kein Verständnis für die Art der Vor-Selektion der auf Behandlung Wartenden aufbringen, die gewohnt sind, ihre „Reihe“ nach der Reihenfolge der Ankunft bei UPU zu empfinden – wie an der Kasse eines Ladens. „Wir haben es oft mit Patienten zu tun, die bereits sehr nervös ankommen, die uns dauernd filmen, die mit unserem Verklagen vor den Medien drohen, oder die drohen, uns ‘online zu zeigen’. Die selber bestimmen, was bei ihnen zu untersuchen ist – häufig: wegen Kopfschmerzen eine CT-Untersuchung fordern! Der Druck, unter welchem wir zu arbeiten genötigt sind, ist sehr groß.“
Letztendlich, so Dr. Ciuta: „Es gibt wohl keinen medizinischen Notfalldienst weltweit, wo man als Patient sofort, ohne Wartezeit, untersucht und behandelt wird. Überall bestimmt die Schwere der Erkrankung die Reihenfolge der Untersuchung/Behandlung, den Moment, wo man mit dem diensttuenden Arzt reden kann. Den Moment der ersten Erleichterung, Entspannung beim Patienten. Andererseits: in schweren Fällen wird ein Notfallarzt auch für mehrere Stunden `blockiert` – und der fehlt dann in der laufenden Behandlung. Doch ist so etwas nicht zu ändern. Natürlich kommen dann die im Vorraum Wartenden etwas zähflüssiger `an die Reihe`. Deswegen ist es wichtig, dass alle potenziellen Patienten verstehen, wie die Dinge bei UPU, dem Notfalldienst eines Krankenhauses, im Alltagsbetrieb laufen.“




