Bergland mit drei Großprojekten für 2026

Zwei Gleisbauvorhaben und ein Überschwemmungsschutz-Projekt zieht das Finanzministerium in Betracht

Reschitza – Propagandistisch ins Extreme gefärbt, gab das Finanzministerium die kurze und die lange Liste von „Großprojekten“ bekannt, die 2026 im Haushaltsplan zur Finanzierung ausgewählt wurden. Die „Short-List“ gilt als sichere Finanzierung, weil es sich um Projekte handelt, die mit dem letzten Finanzierungsschub fertiggestellt werden sollen, die „Long-List“ als unter Umständen finanzierbar, bzw. es handelt sich um Finanzierungen, die in diesem Jahr vielleicht schon, als Teil künftiger und Fertigstellungsfinanzierungen künftiger Jahre, fließen können.

Beim Bekanntgeben taufte das Finanzministerium 2026 großspurig auf das „Jahr der großen Projekte“. Unter allen Umständen hervorzuheben ist allerdings, dass das zuständige Ministerium nicht in jedem Jahr (sondern eher selten) bezüglich seiner Finanzierungsbereitschaft so weit gegangen ist mit der Transparenz. Grundsätzlich wird betont, es handle sich ohne Ausnahmen um „Objekte von nationaler Bedeutung“, die sich der „Priorität auf nationaler Ebene“ erfreuen.

Zu den 195 aufgelisteten Projekten der Long-List mit einem Finanzierungsvolumen von insgesamt 457,7 Milliarden Lei gehören, betreffs das Banater Bergland, zwei Gleisbau-/Eisenbahn-Modernisierungsvorhaben und eines zum Überschwemmungsschutz/Deichbau in der Au der Bersau/Bârzava.

Die „Modernisierung der Eisenbahnstrecke Karansebesch – Temeswar – Arad“, von der in der ADZ schon häufig berichtet wurde, taucht als erste auf der Long-List (bzw. im Anhang der „Short-List“) auf und umfasst eigentlich auch das andere Gleisbau- und –modernisierungsvorhaben, die „Sanierung/Rehabilitierung der Eisenbahnstrecke Craiova – Turnu Severin – Karansebesch“, die als „Teil des Transeuropäischen Eisenbahnkorridors Orient / Östlicher Mittelmeerraum“ fungiert. Das dritte „Großprojekt“ betrifft dem Raum westlich von Bokschan und bis zur serbischen Grenze, Tal und Auenlandschaft der Bersau (über Gataja und Detta/Denta), die „komplex eingerichtet“ werden sollen.

Die Transbanater Eisenbahnstrecke Karansebesch – Temeswar – Arad (zunehmend im Gespräch ist auch der zusätzliche Ausbau, ab Temeswar, in Richtung Großsanktnikolaus-Tschanad-Ungarn, mit dem Bau einer neuen Maroschbrücke, die kürzere Verbindung Richtung des ungarischen Szeged) hat grundsätzlich bislang 8,782 Milliarden Lei zur Verfügung, steht aber betreffs Ausführungsstadium zu schlecht da, um auf die Short-List gesetzt zu werden. Erst 16 Prozent „physisches Baustadium“ sind erreicht und erst 14 Prozent des verfügbaren Geldes („materielles oder wertmäßiges Baustadium“) sind ausgegeben. Fertigstellungstermin des Vorhabens wäre Ende 2027, was hieße, dass in diesem und im nächsten Jahr die Bauarbeiten viel zügiger vorangetrieben werden müssten. Allerdings, wie auch bei den beiden anderen Projekten, die das Banater Bergland betreffen: Wegen der bisher dürftigen Realisierungsstadien sind die Vorhaben auf der Long- und nicht auf der Short-List.

Das andere Eisenbahn-Vorhaben, Craiova – Karansebesch – Temeswar, hat erst 2025 einigermaßen (aber erst auf der Planungsebene) Fahrt aufgenommen. Hier ist das „physische Baustadium“ bei 0,0 Prozent, vom Geld sind 0,05 Prozent ausgegeben worden. Von den 20,102 Milliarden Lei Finanzierungsfonds stehen noch 18,892 Milliarden Lei zur Verfügung. Fertigstellungstermin ist Ende 2031.

Betreffs der Bersau-Auen und des Einzugsgebiets der Bersau ab dem Siedlungsgebiet von Bokschan (wo zahlreiche Quellbäche der Bersau zufließen) bis an die Grenze zu Serbien, die „komplex einzurichten“ sind, stehen vergleichweise bescheidene 202,457 Millionen Lei zur Verfügung. Fertigstellungstermin ist 2029.

Pikant am Rande: 2029 sind es zehn Jahre, seit in der PSD-Regierung Vasilica V. Dăncilă die „technisch/ökonomischen Charakteristika“ des Vorhabens abgenickt wurden. Ursprünglich waren für die Durchführung 36 Monate – drei Jahre – vorgesehen. Das „physische Baustadium“ liegt heute bei 0,0 Prozent, das „materielle Baustadium“ bei 0,87 Prozent ... Nun muss die Machbarkeitsstudie aktualisiert und auch der Kostenrahmen neu berechnet werden, weil das Geld vor sieben Jahren einen ganz anderen Wert hatte. Zudem haben sich inzwischen eine ganze Menge Anforderungen an solcherart Projekte grundlegend geändert. Aber der Überschwemmungsschutz bleibt notwendig.