Nadrag – Mit tiefer Trauer hat die kleine römisch-katholische Gemeinde Nadrag/Nădrag am 1. Januar Abschied von Pfarrer emeritus Josef Hollschwandtner genommen. Er verstarb am Hochfest der Gottesmutter Maria in der Temescher Gemeinde. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem römisch-katholischen Friedhof in Deutsch-Bokschan/Bocșa Montană, wo auch seine Eltern begraben liegen. Für die Gemeinde Nadrag ist nun der Pfarrer von Karansebesch zuständig.
Josef Hollschwandtner wurde am 6. Oktober 1949 in Bokschan/Vasiova als Sohn von Otto und Irma Hollschwandtner geboren. Seine Berufung zum Priestertum führte ihn nach Karlsburg/Alba Iulia, wo er Theologie studierte. Am 29. April 1973 empfing er durch Bischof Márton Áron die Priesterweihe – ein prägendes Ereignis, das den Beginn eines jahrzehntelangen seelsorglichen Wirkens markierte.
Sein priesterlicher Dienst führte ihn zunächst als Kaplan nach Lugosch (1973–1975), anschließend als Pfarradministrator nach Anina (1975–1976). Der Mittelpunkt seines Lebens und Wirkens wurde jedoch Nadrag, wo er ab 1. September 1976 als Pfarradministrator und später als Pfarrer tätig war – eine Aufgabe, die er mit großer Hingabe bis April 2005 ausübte. Auch nach einer weiteren seelsorglichen Station als Kaplan in der Temeswarer Josefstadt kehrte er im Jahr 2008 nach Nadrag zurück, wo er bis zu seinem Tod als Pfarrer bzw. emeritierter Pfarrer wirkte.
Neben seiner Hauptaufgabe in Nadrag übernahm Pfarrer Hollschwandtner immer wieder zusätzliche Verantwortung: So half er zeitweise in der Pfarrei Lugosch/Lugoj aus und betreute ab 1988 auch die Gemeinden Wetschehausen/Petroasa Mare, Darowa und Ebendorf/Știuca, die später Filialen von Lugosch wurden. Diese Bereitschaft zum Dienst über die eigenen Grenzen hinaus zeugte von seiner tiefen Verbundenheit mit den Gläubigen der Region. Pfarrer Josef Hollschwandtner machte allen die schwierige Situation vieler Menschen in Nadrag bekannt und gab damit den Anstoß zu wichtigen Sozialprojekten der Caritas Temeswar in der Ortschaft: der Suppenküche für Senioren und der Sozialkantine für Kinder, die bis heute mit Unterstützung aus Deutschland und Österreich bestehen.
Die Totenmessen für Pfarrer Josef Hollschwandtner wurden in würdigem Rahmen gefeiert: Am 2. Januar 2026 versammelte sich die Gemeinde von Nadrag zur Seelenmesse und Requiem in der Pfarrkirche, ehe der Verstorbene nach Deutsch-Bokschan überführt wurde. Dort zelebrierte Diözesanbischof Josef Csaba Pál am 3. Januar die feierliche Begräbnismesse, an die sich der Beisetzungsritus anschloss. Dieser wurde von Ortspfarrer Alin Emil Irimiciuc gefeiert. Anwesend waren u.a. der römisch-katholische Generalvikar Johann Dirschl, der auch die Predigt hielt, der Kanzleidirektor Nikola Lauš und der Caritas-Geschäftsführer Herbert Grün aus Temeswar.
Viele persönliche Erinnerungen an Pfarrer Hollschwandtner kamen nach seinem Tod zum Ausdruck. Auch persönliche Erinnerungen an Pfarrer Hollschwandtner kamen beim Requiem zum Ausdruck. Sergiu Gălățanu, Lehrender an der TU „Politehnica“ und Mitglied des Kirchenchores „Laudate Dominum“ in der Josefstadt von Temeswar/Timișoara, erinnerte an die entscheidende Rolle des Verstorbenen bei der Gründung des Chores vor fast zwei Jahrzehnten: „Er war der Pfeiler, der mich in allen Aktivitäten der Pfarrei getragen hat. Ohne seine Initiative und Unterstützung gäbe es unseren Chor nicht.“ Gălățanu schilderte, wie Pfarrer Josef dafür sorgte, dass die jungen Sänger regelmäßig die Liturgie begleiten konnten, und hob seine Gastfreundschaft sowie die inspirierenden Geschichten aus der Zeit der kommunistischen Verfolgung der Kirche hervor. „Seine bedingungslose Liebe zur Gemeinschaft wird uns stets begleiten“, so Gălățanu. Abschließend betonte er: „Pfarrer Josef, wir danken Ihnen für alles. Mögen Sie auch im Himmel einen Chor von Engeln leiten, so sanft wie hier auf Erden.“




