Berufung von Dorel Săndesc endgültig abgewiesen

Temeswarer Berufungsgericht bestätigt Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung

Temeswar – Das Berufungsgericht Temeswar hat am Montag die Berufungen im Verfahren gegen den Arzt Dorel Săndesc endgültig abgewiesen. S²ndesc war im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall aus dem Jahr 2018, bei dem eine Frau ums Leben kam, wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Gericht entschied, dass die von Săndesc Anfang April gegen das erst-instanzliche Urteil eingelegte Berufung verspätet war. Die Berufung des Temeswarer Kreiskrankenhauses wurde als unzulässig zurückgewiesen. Somit ist das im März ergangene Urteil des Amtsgerichts endgültig.

Săndesc war in erster Instanz zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Amtsrichter setzte eine Bewährungszeit von zwei Jahren fest. In dieser Zeit muss Săndesc sich unter anderem beim Bewährungsdienst melden, Änderungen seines Wohn- oder Arbeitsplatzes mitteilen und 60 Tage gemeinnützige Arbeit leisten. Zudem muss der Arzt an einem Programm zur sozialen Wiedereingliederung teilnehmen. Bei Verstößen gegen die Auflagen oder bei einer neuen Straftat kann die Aussetzung der Strafe widerrufen werden. Im selben Verfahren gab das Gericht auch der Zivilklage des Kreiskrankenhauses statt. Die Versicherung muss 825.650 Lei zahlen. Die Summe entspricht den Kosten der medizinischen Versorgung des Unfallopfers. Săndesc wurde außerdem zur Zahlung von 10.000 Lei Gerichtskosten verpflichtet. Nach bisherigem Stand übt er seine Funktion als Manager des Temeswarer Kreiskrankenhauses weiter aus. Der Unfall ereignete sich vor acht Jahren in Girok/Giroc bei Temeswar. Den Ermittlungen zufolge missachtete S²ndesc am Steuer eines Jaguars ein Vorfahrtsschild und stieß mit einem Dacia Logan zusammen, in dem sich das Ehepaar Ofelia und Petrișor Marincu sowie dessen Tochter befanden. Durch den Aufprall wurde der Wagen gegen einen Brückenkopf geschleudert. Die auf der Rückbank sitzende Frau wurde schwer verletzt.

Nach dem Unfall leistete Săndesc nach Angaben aus dem Verfahren Erste Hilfe, bevor die Frau ins Temeswarer Kreiskrankenhaus gebracht wurde. Dort leitete Săndesc damals die Intensivstation. Der Zustand der Patientin verschlechterte sich während des Krankenhausaufenthalts. Den medizinischen Unterlagen zufolge hatte sie ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten, später kamen Sepsis und multiples Organversagen hinzu.

Die Verteidigung des Arztes hatte das Gericht aufgefordert, auch im Krankenhaus aufgetretene nosokomiale Infektionen sowie den Gesundheitszustand der Frau zu berücksichtigen. Zudem verwiesen die Anwälte darauf, dass das von ihrem Ehemann gesteuerte Auto mit mehr als 60 Stundenkilometern in die Kreuzung eingefahren sein soll und die Frau nicht angeschnallt gewesen sei. Damit drang die Verteidigung jedoch nicht durch.