Temeswar – Der Temescher Kreisrat will den Temeswarer Revolutionär Lorin Fortuna mit einer Bronzebüste ehren. Für das Vorhaben wurden im diesjährigen Haushalt 25.000 Lei bereitgestellt. Über den Standort ist noch nicht entschieden; als möglicher Aufstellungsort gilt auch das Gebäude des Kreisrats. Fortuna gilt als eine der prägenden Persönlichkeiten der Revolution von Dezember 1989 in Temeswar. Am 21. Dezember gehörte er zu den Initiatoren der Gründung der Demokratischen Front, der ersten politischen Struktur, die sich während der Revolution formierte, und war deren erster Vorsitzender. Später stand er der Revolutionärsvereinigung „Victoria“ vor und war Mitglied eines Gremiums des Instituts für die Erforschung der Revolution.
Geboren wurde Lorin Fortuna 1948 in Radautz/Rădăuți; er starb 2016 in Temeswar. Neben seinem politischen Engagement war er auch als Ingenieur und Hochschullehrer an der Technischen Universität Temeswar tätig. Vor 1989 war Fortuna zudem an der Entwicklung eines automatisierten Telefondienstes beteiligt, der über Jahrzehnte hinweg landesweit die genaue Uhrzeit ansagte. Das System, ursprünglich unter der Rufnummer 058, später 958 erreichbar, wurde vor 1989 im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt und im Bukarester Telefonpalast installiert. Der Dienst blieb bis 2008 in Betrieb. In seinen letzten Lebensjahren wandte sich Fortuna der Esoterik zu und fiel mit bizarren Äußerungen über außerirdische Zivilisationen sowie mit Verschwörungserzählungen auf.
Der Kreisrat plant außerdem die Renovierung des sogenannten Revolutionssaals im Temescher Verwaltungspalais, im Dezember 1989 Sitz des Kreisvolksrats und des Kreisparteikomitees der RKP. Der Raum gilt als historischer Ort, an dem im Dezember 1989 Vertreter der Demonstranten mit dem damaligen Premierminister Constantin Dăscălescu verhandelten und zentrale Forderungen der Revolution vortrugen, darunter den Rücktritt der kommunistischen Regierung und freie Wahlen.




