Bukarest kämpft immer noch mit dem Schneechaos

Umgefallene Bäume, gefährliche Pfützen und tragische Vorfälle

Ein großer Baum, der im Parcul Circului umgefallen ist Foto: Valentin Brendler

Bukarest – Mittwoch, 18. Februar, war wirklich ein ganz besonderer Wintertag in Bukarest (die ADZ-berichtete). Dabei hat sich viel ereignet: Chaotisches, Schönes, aber auch Schreckliches.

Ein besonders tragischer Vorfall traf ein 16-jähriges Mädchen. Weil den Tag über bereits einiger Schnee geschmolzen war, hatten sich bei einigen Straßen enorme Pfützen angesammelt, die viele Fußgänger kaum umqueren konnten. Gegen 18 Uhr am Iuliu-Maniu-Boulevard im sechsten Sektor trat das besagte Mädchen genau in eine solche Pfütze – jedoch war tragischerwise nebenan ein Baum umgefallen und hatte dadurch einige Stromkabel frei gelegt. Das Mädchen erhielt einen Stromschlag und fiel ohnmächtig um. Anwesende haben die Polizei gerufen, welche dann das Mädchen, dass noch Lebenszeichen von sich gab, schnell in ein Krankenhaus brachten. Wie es dem Mädchen nun geht, ist nicht bekannt.

Diese teilweise gigantischen Pfützen gibt es in der ganzen Stadt. An Eingängen zu Krankenhäusern (z.B. beim Colentina-Krankenhaus), bei Bushaltestellen oder an Straßenkreuzungen. Die Abflüsse sind der Wassermenge nicht mehr gewachsen, wie jeder stärkere Regenfall sowieso zeigt. Meistens sorgen sie jedoch nur für nasse Schuhe und nasse Hosen.

Darüber hinaus liegen einige umgefallene Bäume weiterhin auf den Straßen. Zum Beispiel lag in der Strada Stockholm heute morgen ein umgefallener Baum weiterhin auf einem Auto. Auch die Straße war ungeräumt. Im Parcul Circului ist ein großer, alter Baum umgefallen und liegt mitten auf dem Gehweg. Das lokale Personal versucht jedoch, ihn zu entfernen, oder immerhin den Weg frei zu machen. Ähnliche Situationen gibt es natürlich in der ganzen Stadt.

Ein Problem: Die Stadtreinigung in Bukarest meldete offenbar mehr Schneeräumfahrzeuge und -kräfte, als tatsächlich auf den Straßen der Stadt im Einsatz waren. Dies berichtet der Buletin de București. Die Bukarester Polizei ermittelt derzeit in diesem Fall, wie das Rathaus mitteilte. „Die einzelnen Sektoren müssen Kontrollen durchführen und überprüfen, ob die Entsorgungsbetriebe über ausreichend Ausrüstung an ihren Standorten verfügen“, sagte Oberbürgermeister Ciprian Ciucu zu dieser Situation.

Außerdem erklärte der Leiter der Abteilung für Notfallsituationen (DSU), Raed Arafat, dass am RO-Alert-System gearbeitet werden soll. Am Mittwoch, 4.20 Uhr, hatte dies bei allen Handys in der Stadt einen lauten Alarmsound ausgelöst. Er kündigte nun an, dass Maßnahmen ergriffen würden, um ein weniger aufdringliches Signal „für Situationen, die nachts auftreten und nicht das Wecken der gesamten Bevölkerung erfordern“, einzuführen.

Abschließend hatte dieser besondere Schneetag auch noch einen überraschenden Effekt: Die Luftqualität in Bukarest war viel besser, als üblich. Buletin de București berichtet, dass selbst bei großen Verkehrsadern die Werte sehr gut waren. Normalerweise verursacht der morgendliche Verkehr im Norden Bukarests bereits in den frühen Morgenstunden hohe Schadstoffbelastungen. Am Mittwoch wurden Staubpartikel und Schadstoffe aus der Hausheizung und von Autos von Schneeflocken aufgefangen, bevor sie eingeatmet werden oder in der Luft verbleiben konnten. Außerdem waren weniger Autos an diesem Tag unterwegs.

Die aktuellen Werte stehen im krassen Gegensatz zu denen Anfang 2026. In der Silvesternacht war Bukarest in eine giftige Wolke aus Feuerwerkskörpern und Knallkörpern gehüllt. Damals registrierten Sensoren in Berceni alarmierende Anstiege kurz nach Mitternacht, so die Nachrichtenseite.

Die gute Luft, den Schnee und die Sonne am Nachmittag nutzten viele Bukarester Kinder und Jugendliche auch, um in Parcs, wie im Parcul Circului, Schlitten zu fahren. Sowas war in den vergangenen Jahren in Bukarest fast nie möglich.