Reschitza – Auf der jüngsten Tagung des Kreisrats Karasch-Severin war die Frage des Zustands und der Nutzung des dem Kreiskrankenhaus für Notfälle Reschitza angebauten Ambulatoriums auf der Tagesordnung. Dabei diskutierte man auch eine Reihe von Aspekten des Funktionierens des Krankenhauses – auch im Lichte der weiterhin wachsenden Unzufriedenheit der Patienten mit den dortigen Dienstleistungen – aber auch grundlegende Aspekte. Unter anderem den baulichen Zustand des Ambulatoriums, das, nach einer Privalisierungswelle zum Schnäppchenpreis in den 1990er und zum Beginn der 2000er Jahre, von den Neubesitzern in einem erbärmlichen bis bedrohlichen Zustand „saniert“ wurde.
Einmal mehr kam zur Sprache, zu welchem Spottpreis die einzelnen Räumlichkeiten als „Arztpraxen“ an die Ärzteschaft des Krankenhauses verplempert wurden: vier Euro pro Quadratmeter, also weniger als 100 Euro für ein „Kabinett“. Wonach die (durchaus nötigen) Renovierungen und räumlichen Änderungen bzw. Umorganisierungen starteten: Einriss von Zwischenmauern, von Strukturelementen usw., Rekonfiguration der Räumlichkeiten – in der Regel ohne jede Statikerprüfung und –genehmigung.
Der heutige Manager des Krankenhauses, Dr. Cristian Toader – erst seit wenigen Monaten im Amt – meinte: „Mit Sicherheit müssen wir unsere Beziehungen zu den Patienten verbessern. Ich habe bisher zwei große Schwachpunkte identifiziert, die dauernd Unzufriedenheit wecken: Die Notaufnahme UPU (ADZ berichtete), von wo die meisten der Klagen der Patienten auf meinem Schreibtisch landen, und das Ambulatorium – in beiden Fällen vor allem wegen langer Wartezeiten. Beim Ambulatorium sind mir allerdings die Hände gebunden: das Krankenhaus verwaltet dort nur noch 6-7 Räumlichkeiten. Rund 25 sind privat – wobei die Immobilie dem Kreisrat gehört. Zusammen mit dem Kreisrat prüfen wir nun eine Wiederverstaatlichung aller Räumlichkeiten – wie bei den Autobahnen: bevor wir etwas zur Sanierung machen können, muss uns alles gehören (alternativ: die privaten Besitzer finanzieren anteilig mit ...)“.
Dr. Paul Purea (AUR), der als Kreisratsmitglied im Verwaltungsrat der Nationalen Krankenversicherung sitzt, erklärte: „Die 25 privaten Kabinette sind ein Problem. Ich habe dort jüngst nachgesehen: viele davon sind einfach abgesperrt, da die Ärzte, die Besitzer, längst nicht mehr in Reschitza sind. Das ist ein großes Problem. Das Krankenhaus betreibt elf Kabinette als Ambulatorium, 25 sind privat. Seinerzeit wurde viel zu billig verkauft ...“
Kreisratsvize Ioan Crina, der aus der Baubranche kommt: „In jener Poliklinik sind die Stockwerke eins und zwei nicht einmal im Grundbuch eingetragen. Eingetragen sind nur die ärztlichen Kabinette im Parterre. Was man dort sehen kann, ist erschreckend. Wir haben es nicht nur mit Problemen der Funktionalität zu tun, sondern auch der Statik des Gebäudes. Ich habe entdeckt, dass ein Teil dieser Statikprobleme schon vom Bau her existiert hat, weswegen man die Immobilie von Zeit zu Zeit hätte prüfen müssen. Ist nicht geschehen. Inzwischen wurden Korridore vermauert, Wände herausgebrochen, räumliche Vergrößerungen oder Verkleinerungen vorgenommen – alles ohne Autorisierung, ohne jede Aufsicht. Nicht nur im Parterre, auch in den beiden Stockwerken. Ich frage mich, wer so etwas akzeptiert hat? Diese Immobilie muss schleunigst einer Expertise unterworfen werden. Das ist Pflicht! Und dringend! Ich frage mich, ob die Manager, die sich über die Jahre dort die Klinke reichten, wussten, dass sie die Verantwortung haben, von Zeit zu Zeit die Immobilie einer Expertise ihrer Statik zu unterziehen. Es ist ein öffentliches Gebäude. Inzwi-schen habe ich die Sache mit dem Kreisratspräses besprochen und wir kommen demnächst mit einer Beschlussvorlage zum Thema vor den Kreisrat.“
Denn der Kreisrat käme nicht drum herum, Konsolidierungsarbeiten durchführen zu lassen und die Wieder-Verstaatlichung – mindes-tens der ungenutzten, abgesperrten Räume – voranzutreiben. Jedenfalls werde es in der Ärzteschaft einiges an Murren geben, wegen des Vorgehens des Kreisrats, aber das sei Pflicht, weil es um die öffentliche Sicherheit geht. Schließlich wolle man, bis in Reschitza ein neues Notfallkrankenhaus gebaut wird, dieses Ambulatorium wieder fitmachen. „Weil wir es brauchen“, sagte Crina.




