Der Asphaltkönig baut seine Schwerindustriepräsenz aus

Die UMB Grup schloss einen Grundlagen-Kaufvertrag zur Komplettübernahme von AcelorMittal Hunedoara ab

Ferdinandsberg/Hunedoara – UMB Grup, Rumäniens größtes Bauunternehmen, spezialisiert hauptsächlich auf Autobahn- und Straßenbauarbeiten und kontrolliert von der moldauischen Familie Umbrărescu (an der Spitze mit Dorinel Umbrărescu), hat mit den Besitzern des im vergangenen Herbst stillgelegten Stahl- und Walzwerks von Hunedoara einen Grundlagenvertrag zur Übernahme des Werks unterzeichnet. Die UMB Grup will für einen sehr moderaten Betrag – 12,5 Millionen Euro – sämtliche Aktiva übernehmen, die AcelorMittal in Hunedoara besitzt.

Die diesbezügliche Meldung veröffentlichte die UMB Grup, nachdem der Verwaltungsrat den Grundlagenvertrag zur Übernahme genehmigt hatte. Der Verwaltungsrat akzeptierte auch die Schuldenweitergabe von AcelorMittal, einschließlich die Erfüllung noch ausstehender Umweltauflagen, die die früheren indischen Unternehmenshalter hinausgeschoben haben. AcelorMittal Hunedoara hat einen Börsenwert von rund 70 Millionen Euro.

AcelorMittal, zitiert von Ziarul Financiar, teilte mit, dass „die Finalisierung der Transaktion abhängt von zusätzlichen Kaufverhandlungen und der Unterzeichnung der endgültigen Dokumente zur Transaktion, die von der Generalversammlung der Aktionäre genehmigt und nach Erhalt aller Regelungs-Autorisierungen und der Erfüllung der noch nötigen Umweltauflagen geschieht“. Zudem seien noch weitere „Formalitäten“ zu Ende zu führen. Zum Verkauf des Stahlkombinats von Hunedoara habe man sich entschieden, nachdem am 17. Oktober 2025 der Betrieb eingestellt wurde. Interessant ist, dass der Verkauf nicht nur die Produktionsanlagen und die noch vorhandenen Depots an Rohstoffen und Fertigprodukten umfasst, sondern auch sämtliche Grundstücke, die AcelorMittal in Hunedoara besitzt, einschließlich die außerhalb der Industrieplattform gelegenen.

Bis zur Schließung hatte AcelorMittal Hunedoara 477 Arbeitnehmer und einen Jahresumsatz von 51 Millionen Lei. Als Grund für die Schließung wurde seinerzeit angegeben, dass die Energiekosten zu hoch seien und dass man mit den Billigimporten von außerhalb der EU (China wird nicht genannt, ist aber in erster Linie gemeint) nicht mehr konkurrieren könne, was mit „sehr schwierigen Marktbedingungen“ umschrieben wurde.

Sanjay Samaddar, CEO ArcelorMittal Europe, erklärte damals, man habe mehrere Varianten zur Fortsetzung der Produktion in Hunedoara durchgespielt, doch keine Möglichkeit ausmachen können, die eine finanzielle Rechtfertigung des Betriebs auf längere Sicht garantiert hätte. Auf die bis damals gängige Art weiterzumachen „wäre unverantwortlich gewesen gegenüber den Arbeitnehmern und sämtlichen anderen interessierten Stellen“.

Wir erinnern daran, dass die UMB-Grup 2024, mit tatkräftiger Unterstützung des damaligen PSD- und Regierungschefs Ion Marcel Ciolacu sowie von dessen Spezi Sorin Grindeanu (der anschließend die Landesführung der Partei übernahm) mitten in der Wahlkampagne zu den Parlamentswahlen das Stahl- und Walzwerk Ferdinandsberg, „Oțelul Roșu“, gekauft hatte, an dessen Revitalisierung die UMB Grup gegenwärtig arbeiten lässt. 

Ziel der Akquisition sei es gewesen, erklärte Umbrărescu damals, Stahl und Walzgut vor Ort zu prodzieren für die Infrastrukturarbeiten im Straßen- und Autobahnbau seiner Firma, Güter, die er bislang aus der Türkei importiert hat. Die UMB Grup besteht gegenwärtig aus drei Hauptfirmen: Spedition UMB, Tehnotrade und SA&PE Construct, die es zusammen auf einen Jahresumsatz von 14 Milliarden Lei bringen (2024). Die UMB Grup setzt die Firmen vor allem in Zweck-Assoziationen für Autobahn- und Straßenbau ein, vorwiegend Objekte, die mittels mehrheitlicher EU-Finanzierung entstehen. Gegenwärtig arbeitet die UMB Grup vorwiegend am Bau der Moldauautobahn A7.