Die Donaufähre verkehrt wieder

Kreisratsvize Crina: „Keine Schwierigkeiten beim Anheuern der Fährenbesatzung“

Neumoldowa – Seit Wochenbeginn hat die Donaufähre „Baziaș II“ den regelmäßigen Fährverkehr zwischen Neumoldowa am nördlichen und Usice am serbischen Ufer wieder aufgenommen. Die Überquerung der Donau in diesem Bereich mit der Fähre ist nicht nur eine wesentliche Verkürzung der Strecken und Fahrzeiten zwischen dem rumänischen und den serbischen Banat (die nächstgelegenen Überquerungsmöglichkeiten sind eine serbische Fähre 40 Kilometer stromaufwärts oder der Staudamm des Donaukraftwerks beim Eisernen Tor, rund 110 Kilometer stromabwärts), sondern auch ein Erlebnis, geht doch die Fahrt in der Nähe der Donauinsel Ostrov mit ihren verwilderten Pferdeherden und den Kolonien von Uferschwalben und am grenzüberschreitenden Naturreservat Porțile de Fier/Djerdapp vorbei.

Da die Fähre Tagesausflüge nach Serbien bzw. den rumänischen Teil des Donauengpasses ermöglicht, setzt man Hoffnungen in den Ausbau des Tourismus, seit diese Überfahrt möglich ist und vor allem die beiden Festungen Golumbac (am serbischen Ufer, hervorragend restauriert und als Tourismusattraktion samt kulinarischer Anziehungskraft ausgebaut) und Coronini (die jüngst fertig restaurierte Festung des Ladislaus Postumus oberhalb des ehemaligen Fischerdorfs Coronini, mit noch ausbaufähigem Tourismuspotenzial) sind gern besuchte Ziele. Wobei man die in dieser Gegend, mit feinen geschmacklichen Nuancierungen an beiden Ufern, gekochte serbische Fischsuppe („Riblja Corba“) nicht verpassen sollte.

Die Fähre verkehrt momentan nur an den Wochenenden (freitags, samstags und sonntags) nach folgenden Betriebszeiten (rumänische Uhrzeiten): Ablegen in Neumoldowa/Moldova Nou²: 9.00 Uhr, Ankunft in Usice 9.40 Uhr; Ablegen in Usice 10.30 Uhr – Anlegen in Neumoldowa 11.10 Uhr; Ablegen in Neumoldowa 15.00 Uhr; Anlegen in Usice 15.40; Ablegen in Usice 16.30 Uhr und Ankunft in Neumoldowa 17.10 Uhr.

Die Wiederaufnahme des Verkehrs der Fähre stand lange Zeit unter Fragezeichen, weil es vor Ort, aus Neumoldowa, immer wieder hieß, dass man für den vom Kreisrat Karasch-Severin – dem Besitzer und Hauptgesellschafter der Firma, die die Fähre betreibt – angebotenen Lohn für einen Kapitän (die Fähre braucht nach Schifffahrtsrecht einen Kapitän und mindestens zwei Besatzungsmitglieder) von 8000 Lei netto monatlich keinen Kapitän finden könne. Kreisratsvize Ioan Crina (PSD), ein Straßenbauunternehmer, der seit seiner Wahl zum Vizepräsidenten des Kreisrats dem Verwaltungsrat der Kreisratsfirma für den Fährbetrieb auf der Donau vorsteht, schaltete umgehend eine Anzeige. Sein Resultat: „Wie jeder weiß, hatte ich mich lange Zeit für die Wiederaufnahme des Fährbetriebs auf der Donau mit unserem Schiff (die Fähre ist ein in Serbien durch eine EU-Finanzierung im Auftrag des Kreisrats Karasch-Severin gebauter Katamaran) eingesetzt. Lange Zeit hieß es, dass der Fährbetrieb als öffentliches Nahverkehrsangebot unrentabel sei. Dass die Firma hohe Kapitalspritzen benötige, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Was aber, laut Verwaltungskodex, nur als Staatshilfe möglich gewesen wäre. Deswegen haben wir zuerst die Firma Fährbetrieb in eine ADI – Verein für Interkommunitäre Entwicklung „Fähre Neumoldowa“ – umgewandelt. Partner sind der Kreisrat und die Stadt Neumoldowa. Letzterer fallen alle Verwaltungsaufgaben zu. Da ich wusste, dass es Probleme geben soll mit dem Anheuern der Besatzung einer Fähre zu dem Geld, das wir, der Kreisrat, als Lohn anbieten können, habe ich Anzeigen geschaltet. Und siehe da: es kamen, für den Lohn, den ich angeben konnte, vier oder fünf Anfragen/Angebote. Denn der Lohn ist nicht hoch, aber die Arbeitszeiten sind attraktiv: sie arbeiten für einen vollen Monatslohn praktisch einen halben Monat lang. Sind in der Zwischenzeit auf Kosten des Kreisrats und der Stadt Neumoldowa untergebracht. Und das passt vielen. Der Kapitän, der bereit war, unter diesen Umständen und für diesen Lohn für uns zu arbeiten, fand sich umgehend, ebenso eine Besatzung. So konnten wir rasch den Fährbetrieb wieder aufnehmen.“