Bukarest – Die europäische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der noch immer nicht gestarteten Sanierungsarbeiten am Nordbahnhof in Bukarest. Dies gab Verkehrsminister Ciprian Șerban der Nachrichtenseite euronews.ro gegenüber bekannt und erklärte, er könne gegebenenfalls auch eine Inspektionsbehörde entsenden. Das Nachrichtenportal erklärt auch, dass die europäische Staatsanwaltschaft die Ermittlungen bestätigt hat.
Doch was ist das Problem? Eigentlich hätten am Bahnhof bereits vor zwei Jahren Renovierungsarbeiten gestartet werden sollen. Die Ausschreibung für die Sanierung notwendige Machbarkeitsstudie wurde nämlich bereits 2019 vom Eisenbahnunternehmen CFR gestartet und sechs Jahre später, im Jahr 2025, abgeschlossen. Im Jahr 2023 wurde eine Ausschreibung für Planung und Ausführung gestartet, die innerhalb eines Jahres abgeschlossen wurde. Der Auftrag für Planung und Ausführung wurde an zwei Unternehmen vergeben, eines aus Bukarest mit drei Mitarbeitern und eines aus Maramureș mit 48 Mitarbeitern. Obwohl die Arbeiten eigentlich im Jahr 2024 beginnen sollten, kam es weiterhin zu Verzögerungen, und bis heute wurde die Baustelle noch nicht eröffnet.
Die Bauarbeiten sollen unter anderem auch mit EU-Geldern umgesetzt werden. Genau deswegen schaltet sich nun die europäische Staatsanwaltschaft ein: Sie möchte überprüfen, wo die EU-Gelder sind und warum das Projekt noch nicht gestartet wurde. Der Gesamtwert des Projekts beträgt 499.626.513,85 Lei, inklusive Mehrwertsteuer – die zum Teil aus EU-Geldern und vom rumänischen Staat kommen, so berichtet Buletin de București.
Gerade auch die beiden Unternehmen, die das Projekt umsetzen sollen, werden – wie b365.ro berichtet – untersucht. Denn laut Angaben des Club Feroviar werfen die Struktur und Geschichte dieser Unternehmen ernsthafte Fragen hinsichtlich ihrer technischen Fähigkeit auf, ein Projekt dieser Größenordnung zu managen. Omega Cert Sistem, das Unternehmen aus Bukarest, ist in den Unterlagen mit zwei Inhabern und nur einen Mitarbeiter und Sitz in einer Wohnung verzeichnet. Darüber hinaus meldete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von lediglich 442.000 Lei, ein winziger Betrag im Vergleich zum enormen Wert des Auftrags für Gara de Nord.
Das andere Unternehmen, Gdo Mov Impex mit Sitz in Neustadt/Baia Mare, war zuvor an der Modernisierung des Bahnhofs Câmpia Turzii beteiligt, einem Projekt, das aufgrund massiver Verzögerungen von der CFR sanktioniert wurde, so b365.ro. Beide Unternehmen verfügen über keine eigene Website, so Club Feroviar.





