Karansebesch/Orschowa – Viel Enthusiasmus seitens der Kommunal- und Regionalpolitik, wohl auch seitens der Bürger der Ortschaften Mehadia, Plugova, Globurău, Costiș, Borugi, Cornereva (mit seinen 32 Weilern), Obița und Rusca (Teregova, samt dem dortigen Stausee und den Erholungseinrichtungen an seinem Ufer), die endlich nicht nur eine solide Straße durch eine malerische Berg- und Vorgebirgslandschaft, sondern auch endlich ordentliche Gehsteige, Abflussgräben zwischen Straßenrand und Gehsteig und feste Zugangsbrücken zu ihren Anwesen haben.
Nach rund zwölf Jahren Bauzeit, ungemein vielen, auch politischen, Schlammschlachten, Gefeilsche von wegen Unterfinanzierung oder Planungsfehlern, –mängeln und zeitlichen Überlappungen sich gegenseitig behindernder Planungen, nach dem politischen Wechsel von drei Kreisratschefs (der von der PSD ging und kam wieder) und viel (vor allem politischem) Gezeter und Querelen (mit handfestem pekuniären Hintergrund) ist sie fertig: die 42,4 km lange Panoramastraße DJ 608, das Vorzeigeobjekt der jetzt PSD-geführten Kreisleitung Karasch-Severin – die seinerzeit das Projekt auch angeleiert hatte.
Es handelt sich um eine Kreisstraße, die von der E70 Richtung Nordosten abweicht, teilweise parallel zu dieser verläuft, um danach wieder auf die E70 zu stoßen. Eine durchaus begrüßenswerte Idee, diese Straße, die durch noch ziemlich unberührte Orte und Landschaften an den Südhängen der Südkarpaten und mit Sicht auf die Nordhänge des Banater Berglands führt, zu einer gut befahrbaren, also Land und Leute erschließenden und verbindenden Straße zu gestalten.
Das Echo seitens mancher Bürgermeister, die ins Rathaus der flächengrößten Gemeinde Rumäniens zur Einweihungsfeier kamen, Cornereva, war sehr positiv, vor allem seitens des Hausherrn selber. Nicolae Novăcescu, seit vielen Jahren Bürgermeister in Cornereva: „Diese neue Straße führt über 20 Kilometer über das Territorium unserer Gemeinde. Die DJ 608 hat einen phantastischen Einfluss auf die Gemeindebewohner. Seit Baubeginn sind kleine Pensionen entstanden und das außerordentliche Potenzial, über welches diese Streugemeinde verfügt, verleiht ihr eine große Anziehungskraft. Sie werden alle überrascht sein, was für Investitionen sich auf dem Gebiet unserer Gemeinde anbahnen.“
Zur Erinnerung: im Raum Cornereva gibt es noch (einige wenige) Weiler, die keine Elektrizität haben, wo noch authentische Siedlungen existieren, die völlig autark wirtschaften. Und das oft keine fünf Kilometer von der Europastraße 70 entfernt.
Für den Ausbau der neuen Panoramastraße des Banater Berglands wurde sowohl das Regionale Operativprogramm 2014-2020 angezapft, als auch das Regionalprogramm V West 2021-2027. Sie kostete insgesamt 187.451.101,38 Lei. Davon sind 138.380.711,02 Lei nicht rückzahlpflichtiges Geld, das von der EU kommt. Es gibt wohl landesweit nicht sehr viele Projekte, die sukzessive aus zwei EU-Quellen (konvertiert durch rumänische Filter) für dasselbe Projekt kommen. Neben dem Projektleader Kreisrat Karasch-Severin hatte es (in der Reihenfolge ihres Beitrags) die Gemeinden Mehadia, Cornereva und Teregova an seiner Seite. Der Bürgermeister von Teregova, Grigore Bardac, meinte: „Die Gemeinde Mehadia liegt zwar nicht direkt an der DJ 608, aber wir sind auch direkte Nutznießer des Projekts. Bisher hatte ich richtig Angst, von Mehadia nach Cornereva zu fahren. Heute bin ich mit dem PKW in zehn Minuten hier angelangt. Die Straße sieht sehr gut aus.“




