Hermannstadt – Sängerinnen und Sänger in solistischer Rolle sind auf dem Plakat nicht auszumachen, wo der Hermannstädter Bachchor Sonntagabend, am 5. April, auch die Arien und Duette der Kantate „Christ lag in Todesbanden“ Johann Sebastian Bachs gestaltet. Sämtliche vier Stimmgruppen sind folglich ab 18 Uhr in der evangelischen Stadtpfarrkirche zunächst etwas ausdauernder als üblich gefordert. Selbes gilt auch für Bachs Kantate „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“, wovon zwar das Rezitativ und die zwei Arien ausgelassen werden, dafür aber der Schlusschoral, eine einstimmige Strophe auf halber Strecke der Aufführung und besonders der Eingang den Chormitgliedern Außergewöhnliches abverlangen. Zur Auflockerung am Übergang von einer Kantate zur anderen spielen Kantorin Brita Falch Leutert und Chorleiter Jürg Leutert den ersten Satz des Concertos für zwei Cembali und Streicher in C-Dur von Johann Sebastian Bach gleichermaßen und nutzen für einen der beiden Soloparts die nicht weniger geeignete Truhenorgel. Alle fünf mitspielenden Streicher, Stammgast István Csata aus Klausenburg/Cluj am Kontrabass ausgenommen, sind beruflich in Hermannstadt/Sibiu zuhause. Abschließend werden Zuhörer ausdrücklich eingeladen, die erste Strophe vom Hymnus und Choral anglikanischen Ursprungs „Abide with me“, (Bleib bei mir, Herr), die dem Ostermontag gilt und ihrerseits liturgisch die zweite Kantate der Abendmusik verstärkt, auf Englisch, Deutsch und Rumänisch mitzusingen. Gespitzte Ohren, die außerdem das Zitat „cu moartea pe moarte călcând“ des rumänisch-orthodoxen Oster-Gesangs zu hören gewohnt sind, dürften an gewisser Stelle im Text von Protestant Bachs Kantate „Christ lag in Todesbanden“ eine Kette von sechs Wörtern identischer Nachricht wiederfinden und erkennen.





