Dritter Anlauf erfolgreich

Ada Lupu Hausvater wird Bukarester Nationaltheater leiten

Bukarest/Temeswar – Die Regisseurin Ada Lupu Hausvater wird neue Generaldirektorin des „I.L. Caragiale“-Nationaltheaters in Bukarest. Das gab das rumänische Kulturministerium bekannt. Ihr Mandat ist auf fünf Jahre angelegt und läuft bis 2031.

Hausvater, die gebürtig aus Bukarest ist, setzte sich im Wettbewerb um das Management der Institution mit einer Durchschnittsnote von 8,36 durch. Grundlage für die Entscheidung sind die Bestimmungen der Regierungsverordnung Nr. 189/2008 über das Management öffentlicher Kultureinrichtungen, wonach der Kandidat mit der höchsten Durchschnittsnote gewinnt, sofern diese mindestens 7 beträgt, teilte das Ministerium mit.

Die Theatermacherin leitete in den vergangenen 20 Jahren das „Mihai Eminescu“-Nationaltheater in Temeswar/Timișoara und war damit die erste Frau an der Spitze eines Nationaltheaters in Rumänien. Nach dem Tod des langjährigen Direktors Ion Caramitru ist sie nun die erste Generaldirektorin des Bukarester Nationaltheaters, die im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt wurde.

Hausvater hatte als einzige Bewerberin an allen drei Ausschreibungen für die Leitung des Bukarester Hauses in den vergangenen vier Jahren teilgenommen. Ein Wettbewerb im Jahr 2022 wurde annulliert, nachdem ein Jurymitglied zurückgetreten war und kein Kandidat als ausreichend qualifiziert galt. Ende 2025 erhielt Hausvater für ihr Managementprojekt zunächst die Note 6,58. Im nun erfolgreichen dritten Anlauf wurde ihr Konzept mit 8,46 bewertet, im anschließenden Interview erzielte sie 8,27 Punkte. Ihr Mitbewerber, der frühere Kulturminister der Republik Moldau, Boris Focșa, erreichte im Interview lediglich 1,47 Punkte und kam auf eine Gesamtnote von 4,40.

In ihrem Konzept wirbt Hausvater für ein „Theater des Bewusstseins“, das mit einem „chirurgischen Management“ geführt werden soll. Geplant sind unter anderem acht internationale und 20 nationale Gastspielreisen, eine stärkere Öffnung für zeitgenössische Dramatik sowie internationale Koproduktionen. Zudem sollen alle Aufführungen mit englischen Übertiteln versehen und international renommierte Künstler eingeladen werden.

Darüber hinaus sieht ihr Projekt die Wiedereröffnung der historischen Künstlerbar „Lăptăria lui Enache“ sowie die Einrichtung eines Cafés mit Buchhandlung und eines Souvenirshops vor.