Durchsuchungen bei Cîrpaci-Familie nach deutschem Rechtshilfeersuchen

Temeswar (ADZ) – Ermittler der Direktion für die Bekämpfung des Bandenverbrechens und des Terrorismus (DIICOT) und Beamte der Temescher Kreispolizei haben in Temeswar und im Kreis Temesch mehrere Häuser von Mitgliedern der Roma-Familie Cîrpaci durchsucht. Die Maßnahmen erfolgten nach einem Rechtshilfeersuchen aus München. Nach Angaben der Ermittler wurden die Wohnsitze von Gradu Cîrpaci und Ileana Cîrpaci nach Unterlagen, Kaufverträgen, Versicherungspolicen, medizinischen Dokumenten, Computern, Mobiltelefonen und auch Waffen durchsucht. Die Einsatzkräfte kontrollierten dabei nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Nebengebäude und Fahrzeuge. Hintergrund sind schwere Vorwürfe deutscher Ermittlungsbehörden. Demnach sollen die beiden Beschuldigten einen rumänischen Staatsbürger in Deutschland festgehalten und gezwungen haben, eine Niere an Gradu Cîrpaci zu spenden, der an einer Nierenerkrankung leiden soll.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand soll der Mann während des Aufenthalts der Familie in München in einer Wohnung untergebracht, von seinen Angehörigen in Rumänien isoliert und zur Arbeit für die Beschuldigten gezwungen worden sein. Zudem sollen ihm Reisepass und Personalausweis abgenommen worden sein. Die Ermittler werfen den Verdächtigen außerdem vor, den Mann zur Unterzeichnung verschiedener Verträge genötigt und ihn mit Drohungen gegen seine Familie zur Organspende gezwungen zu haben. Nach DIICOT-Angaben sind Gradu Cîrpaci und Ileana Cîrpaci derzeit nicht auffindbar.