Ehrung für DFDR-Präses Porr in Reschitza

Das DFBB und der Reschitzaer Kultur- und Bildungsverein ernennen Dr. Paul-Jürgen Porr zum „Europäer des Jahres 2026“

Nach der Ehrung in Reschitza (v.l.n.r.): Ovidiu-Victor Ganț, Paul-Jürgen Porr, Erwin-Josef Țigla und sein Stellvertreter Cristian-Paul Chioncel Foto: Werner Kremm

Reschitza – Das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ haben 2024 „eine neue Anerkennung seitens der deutschen Gemeinschaft des Banater Berglands aus der Taufe gehoben“, wie es in der von Erwin J. Tigla verlesenen Laudatio auf dem Landesvorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Dr. Paul-Jürgen Porr, heißt. Der Ehrentitel „Europäer des Jahres ...“ wird einmal jährlich vergeben „an Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, die den Europa-Gedanken im Banater Bergland und weltweit fördern und unterstützen“. Die beiden ersten Geehrten waren Christa Hofmeister aus der Steiermark für ihr Wirken im Rahmen der internationalen Bewegung der Europäischen Föderalisten und zur Stärkung der Beziehungen zwischen dem Banater Bergland und der Steiermark sowie der Historiker Dr. Rudolf Gräf für sein wissenschaftliches und gesellschaftliches Engagement, inklusive zugunsten seiner Herkunftsregion Banater Bergland.

Auf der Ehrenplaquette aus Bronze, die Dr. Paul-Jürgen Porr am vergangenen Samstag in Reschitza im Rahmen der 36. Auflage der „Deutschen Literaturtage in Reschitza“ vor der internationalen Teilnehmerschaft überreicht wurde, steht, die beiden Organisationen der Banater Berglanddeutschen hätten entschieden, den langjährigen DFDR-Vorsitzenden zu ihrem „Europäer des Jahres 2026“ zu wählen „für seine besonderen Verdienste zur Verbreitung der Gedanken Europas für Frieden und Zusammenarbeit, für seinen langjährigen und unermüdlichen Einsatz als Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, im Banater Bergland und in ganz Rumänien, zugunsten von Jung und Alt in einem von vielen wünschenswerten zusammenhaltenden Europa der Vielfalt und Menschlichkeit!“

Der eigens zu diesem Zweck in Reschitza angereiste Abgeordnete der deutschen Minderheit im Parlament Rumäniens, Ovidiu-Victor Gan], betonte in seiner kurzen Stellungnahme, Paul-Jürgen Porr sei auch „als Mensch“ „mit Abstand der beste Landesvorsitzende, den das Forum der Deutschen jemals hatte“, nicht nur durch seine Allgegenwärtigkeit „auch in den kleinsten Forumsorganisationen“, sondern vor allem „durch seine Kunst, den Interessen möglichst vieler gerecht zu werden“, dadurch, dass er „für Harmonie und Eintracht“ innerhalb der Gemeinschaft sorge, aber auch „durch sein Wirken im internationalen Verbund der Minderheitenorganisationen der Deutschen Europas und weltweit.“ „Sein Wort hat Gewicht und wird gehört in der deutschen Gemeinschaft in ganz Mitteleuropa.“

Erwin Josef Țigla würdigte sodann in einer ausführlichen und akribisch mit Details gespickten Laudatio Dr. Paul-Jürgen Porr als Mensch, als Arzt und Wissenschaftler (32 Bücher als Autor oder Ko-Autor), vor allem aber als Vorsitzender der territorial-geografisch weit gestreuten Gemeinschaft der Rumäniendeutschen, die er versteht, auch durch seine gewissenhafte und passionierte Präsenz zusammenzuhalten und zu lenken. Landesvorsitzender der Deutschen in Rumänien ist Dr. Paul-Jürgen Porr seit dem 5. Januar 2013, nachdem er zuvor Stellvertreter des Vorsitzenden war. Sein Wirken hat ihm zahlreiche in- und ausländische Ehrungen und ungeteilte Anerkennung gebracht.

In seiner kurzen Dankesrede – Dr. Porr ist kein Liebhaber langen Redens – betonte der Geehrte, dass er die Ehrenbezeigung im Namen des Teams der Landesleitung annehme, mit der gemeinsam man sich „als Brückenbauer“ verstehe, Brückenbauer zwischen den einzelnen rumäniendeutschen Teilgemeinschaften, aber auch zwischen den in 27 Ländern vertretenen deutschen Gemeinschaften weltweit und zwischen diesen und den Mutterländern und ursprünglichen Herkunftsregionen andererseits. Sodann betonte Dr. Porr, dass die Deutschen Rumäniens, durch Status und Habitus, zurecht als „Europäer avant la lettre“ gesehen werden können, „denn schon unsere Vorfahren waren gute Europäer“, die „friedliches Zusammenleben“ untereinander und mit den Nachbarn vorgelebt haben. Schon deshalb sei es ihm ein Anliegen, „Europäische Werte zu bewahren und zu retten“. Bezüglich der Zukunft der Rumäniendeutschen sei und bleibe er optimistisch.