Ein Fest der Begegnung und des Austauschs

Das Demokratische Forum der Deutschen in Bacău feiert den Tag der nationalen Minderheiten 2025

Florin Kevorkian (Mitte stehend) im Gespräch mit Teilnehmern auf der Terasse des Armenischen Kaffeehauses | Foto: Petre Done

Am 21. Dezember 2025 versammelten sich Vertreter der deutschen Minderheit gemeinsam mit Armeniern, Juden, Italienern, Roma und Csángó-Ungarn, um den Tag der nationalen Minderheiten zu begehen. Die Veranstaltung feierte nicht nur die kulturelle Vielfalt Rumäniens, sondern unterstrich auch die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs zwischen den Gemeinschaften.

Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR), Zentrumsforum Bacău, war mit einer Delegation unter der Leitung der Vorsitzenden Mihaela Brunhuber vertreten. Begleitet wurde sie von der engagierten Kulturvermittlerin und Sängerin Doina Boana sowie vom vielseitigen Musiker Doru Sascău, die mit ihren musikalischen Beiträgen die Feier bereicherten.

Der 18. Dezember ist seit 1992 der offizielle Tag der nationalen Minderheiten, ein Datum, das sowohl von den Vereinten Nationen als auch durch die rumänische Gesetzgebung anerkannt ist. In Bacău fand die Feier bewusst am 21. Dezember statt, um möglichst vielen Teilnehmern die Anwesenheit zu ermöglichen. Die armenische Gemeinschaft stellte hierfür ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, die sich für diesen Anlass in ein lebendiges kulturelles Zentrum verwandelten. Sie sorgte zudem für das leibliche Wohl – mit traditionellen armenischen Spezialitäten. Ausstellungen, Musik, Poesie und Diskussionsrunden schufen einen Raum, in dem jede Minderheit ihre Identität sichtbar machen konnte.

Für das DFDR Bacău bot die Veranstaltung eine wichtige Gelegenheit, die deutsche Kultur und Geschichte in der Region zu präsentieren.

„Wir sind eine kleine, aber aktive Gemeinschaft“, betonte Mihaela Brunhuber. „Unser Ziel ist es, die deutsche Sprache, unsere Traditionen und Werte zu bewahren und zugleich Brücken zu anderen Kulturen zu bauen. Dieser Tag zeigt, dass wir trotz unserer Unterschiede gemeinsam etwas bewegen können.“

Das Forum stellte Bücher und Publikationen vor, die vom DFDR herausgegeben wurden. Die armenische Gemeinschaft, organisiert von Vasile Agop, Präsident der UAR-Filiale Bacău, präsentierte eine Ausstellung traditioneller Trachten, historischer Fotografien sowie Kurzfilme, die die reiche Geschichte der Armenier in Rumänien dokumentierten.

Die jüdische Gemeinschaft, vertreten durch Hainrich Brif, Präsident der Föderation der Jüdischen Gemeinden in Bacău, zeigte Bücher, Zeitschriften und Kultgegenstände und beging gleichzeitig den letzten Tag des Chanukka-Festes. In einer feierlichen Zeremonie entzündete Brif die Kerzen der Menora. Die italienische Gemeinschaft unter der Leitung von Silviu Niță präsentierte Publikationen und Dokumente, die die lange Präsenz der Italiener in Bacău belegen.

Die Roma-Gemeinschaft, vertreten durch die Schulinspektorin Marieta Hârțescu, bereicherte die Veranstaltung mit traditionellen Weihnachtsliedern, vorgetragen von der jungen Sängerin Miruna Aprofirei und ihrem Vater. Die Csángó-Ungarn unter der Leitung von Emilia Gelei präsentierten ihre kulturellen Traditionen mit Chorgesang und betonten die Bedeutung der ungarischen Sprache in der Moldau.

Ein besonderer Gast war Petru Done, Sekretär der Bacău-Filiale des Verbandes der Berufsjournalisten Rumäniens (UPZ), der die mediale Begleitung der Veranstaltung unterstützte. „Solche Initiativen sind wichtig, weil sie zeigen, dass Rumänien nicht nur aus einer Mehrheit besteht, sondern aus vielen Stimmen, die gehört werden wollen“, erklärte er.

Der Sprecher der Minderheiten im rumänischen Parlament, Varujan Pambucian, begrüßte die Teilnehmer per Internetübertragung aus Bukarest und verfolgte die Feier per Kamera. Das vielfältige Programm sprach ein breites Publikum an: Kurzfilme unter anderem von Florin Kevorkian, Armine Vosganian und Cristian Mungiu boten künstlerische Perspektiven auf das Leben der Minderheiten in Rumänien. Ein Poesie-Recital mit den Schauspielern Denisa Mikesz und Florin Kevorkian, die zugleich den Abend moderierten, brachte literarische Texte zu Gehör.

Musikalisch begleitet wurde die Feier von Doina Boana, Doru Sascău, Selena Cristina, Daniela Berza, Angela Șipoș sowie der Konzertpianistin Ozana Kalmuski-Zarea, die mit weihnachtlichen Liedern und Musikstücken für festliche Stimmung sorgten.

Auch lokale Politiker zeigten Interesse an der Veranstaltung. Ilie Bîrzu, Stadtrat in Bacău, betonte in einer kurzen Ansprache die Bedeutung der Minderheiten für die Stadt: „Bacău ist eine multikulturelle Stadt, und wir sind stolz auf diese Vielfalt. Die Gemeinschaft der Minderheiten hat hier eine lange Tradition, und wir unterstützen ihre Bemühungen, diese zu bewahren.“ Ebenfalls anwesend war Dănuț Voicu, Präsident der Kreisorganisation „Cultul Eroilor“, der die historischen Verbindungen zwischen den Minderheiten und dem rumänischen Staat hervorhob.

Der Tag der nationalen Minderheiten 2025 in Bacău war weit mehr als eine kulturelle Veranstaltung. Er war ein sichtbares Zeichen von Solidarität und gegenseitigem Respekt. Für das DFDR Bacău bestätigte er einmal mehr, dass die deutsche Gemeinschaft in der Stadt präsent und aktiv ist. Mihaela Brunhuber fasste dies abschließend zusammen:

„Wir sind vielleicht nicht mehr so zahlreich wie früher, aber wir sind da. Und wir sind stolz darauf, Teil dieser bunten Gemeinschaft zu sein. Solche Tage erinnern uns daran, dass wir gemeinsam stärker sind – als Deutsche, als Armenier, als Juden, als Italiener, als Roma, als Ungarn und als Rumänen.“

Die Veranstaltung endete mit dem gemeinsamen Versprechen, auch im kommenden Jahr wieder zusammenzukommen – denn Vielfalt ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.