Erstes Zentrum für Schwerbrandverletzte nach der Revolution fertiggestellt

eubau in Temeswar soll Versorgung von Brandopfern deutlich verbessern

Temeswar (ADZ) – In Temeswar ist der Bau des ersten Zentrums für Schwerbrandverletzte in Rumänien seit der Revolution von 1989 abgeschlossen worden. Das teilte Gesundheitsminister Alexandru Rogobete mit. Derzeit würden medizinische Geräte beschafft und installiert sowie Behandlungsabläufe getestet, damit das Zentrum in Kürze den Betrieb aufnehmen könne.

Der Neubau ist Teil eines größeren Gesundheitskomplexes am Kreiskrankenhaus Temeswar. Nach Angaben des Ministers handelt es sich um ein lange angekündigtes, aber über Jahre nicht realisiertes Projekt. „Viele werden sagen, dass es spät kommt – und sie haben recht. Aber entscheidend ist, dass es nun Wirklichkeit geworden ist“, erklärte Rogobete in einer Mitteilung.

Das Projekt wurde 2023 gestartet, als Rogobete noch Staatssekretär war und von der Weltbank finanzierte Vorhaben im rumänischen Gesundheitswesen koordinierte. Damals habe das Zentrum nur auf dem Papier existiert. Nun stehe das Gebäude, die letzte Vorbereitungsphase laufe, und bald könnten die ersten Patienten aufgenommen werden.

In dem fünfstöckigen Neubau sind mehrere Einheiten integriert, darunter eine Notaufnahme (UPU-SMURD) mit 58 Plätzen. Das Brandverletztenzentrum umfasst sechs Betten für Schwerbrandverletzte sowie sechs Betten für Patienten in der postkritischen Phase. Weitere fünf Betten sind für Mikrochirurgie und rekonstruktive Chirurgie vorgesehen. Hinzu kommen eine Intensivstation mit 27 Betten und ein Operationsbereich mit 25 OP-Sälen. Funktionsbereiche wie Sterilisation, Apotheke sowie Verwaltungs-, Logistik- und Technikräume ergänzen das Gebäude. Ein Hubschrauberlandeplatz soll den schnellen Transport in Notfällen ermöglichen. Zur Investition gehören außerdem eine Verbindungsbrücke zu bestehenden Klinikgebäuden und neu geordnete Wege, um Patienten-, Personal- und Materialströme getrennt zu führen.

Die Bauarbeiten wurden von dem Bukarester Bauunternehmen Construcții Erbașu ausgeführt, das in Temeswar auch die neue Bega-Entbindungsklinik errichtet hat und künftig das Regionale Onkologie-Institut an der Torontaler Straße/Calea Torontalului bauen soll. Die Investitionssumme beträgt rund 66 Millionen Euro. Finanziert wurde das Projekt durch das rumänische Gesundheitsministerium im Rahmen eines Reformprogramms, unterstützt durch ein Darlehen der Weltbank.