EU-Mittel für Krankenhausmodernisierung

Erstes pädiatrisches Robotik-Chirurgie-System installiert

Temeswar – Das „Louis Țurcanu“-Kinderkrankenhaus in Temeswar/Timișoara hat ein umfassendes Modernisierungsprojekt im Wert von über 34 Millionen Lei abgeschlossen. Die Investition wurde über den Nationalen Plan für Wiederaufbau und Resilienz (PNRR) finanziert und zielte in erster Linie auf die Reduzierung nosokomialer Infektionen ab. Herzstück der Neuerungen ist das erste pädiatrische Robotik-Chirurgie-System Rumäniens.

Der speziell für Eingriffe bei Säuglingen und Kindern angepasste OP-Roboter arbeitet mit miniaturisierten Instrumenten von drei und fünf Millimetern Durchmesser sowie hochauflösender 3D-Visualisierung. Seit Januar 2024 wurden in der Abteilung für Kinderchirurgie in Temeswar mehr als 75 junge Patienten robotisch assistiert operiert.

Die minimalinvasiven Eingriffe verringern das Gewebetrauma, reduzieren Blutverluste und senken das Risiko postoperativer Komplikationen – darunter auch Infektionen. Die Kinder erholen sich schneller, die Krankenhausaufenthalte verkürzen sich deutlich. Vier speziell geschulte und international zertifizierte Ärzte, aufgeteilt in zwei Teams, bedienen das System.

Die Einführung der Robotik-Chirurgie ist Teil einer umfassenden Strategie zur Senkung operationsbedingter Risiken. Durch geringere Exposition, weniger Komplikationen und kürzere Liegezeiten sollen Faktoren minimiert werden, die das Auftreten von Krankenhausinfektionen begünstigen.

Doch der Operationsroboter ist nur ein Bestandteil des Projekts. Das Krankenhaus investierte zugleich massiv in neue Systeme zur Kontrolle nosokomialer Infektionen. Installiert wurden moderne Luftaufbereitungsanlagen für Operationssäle und Intensivstationen, UV-C-Entkeimungssysteme, Belüftung mit antibakteriellen und antiviralen Filtern, zeitgemäße Sterilisationsgeräte sowie Technik zur Überwachung der mikrobiellen Belastung von Luft und Oberflächen.

Auch das mikrobiologische Labor wurde modernisiert. Automatisierte Systeme zur schnellen Identifizierung von Bakterien und zur Testung der Antibiotika-Empfindlichkeit ermöglichen nun eine raschere Diagnosestellung und gezieltere Therapien – auch bei resistenten Keimen.

Insgesamt umfasste das Projekt 95 medizinische Geräte, die inzwischen in den Klinikalltag integriert sind.