Fahrer unter Drogen- und Alkoholeinfluss

Neue Erkenntnisse nach tödlichem Verkehrsunfall

Temeswar – Nach dem schweren Verkehrsunfall auf der Nationalstraße DN6 nahe Lugosch/ Lugoj, im Kreis Temesch/ Timiș, bei dem am Dienstagnachmittag sieben Anhänger des griechischen Fußballklubs PAOK Saloniki ums Leben kamen (die ADZ berichtete), haben die Ermittler neue, belastende Erkenntnisse veröffentlicht. Demnach stand der 29-jährige Fahrer des beteiligten Kleinbusses unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, ergaben toxikologische Untersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin in Temeswar/ Timișoara, dass im Blut des Fahrers sowohl Cannabis als auch Kokain nachgewiesen wurden. Zudem wurde Alkohol festgestellt. Die Analyse sei Teil der laufenden strafrechtlichen Ermittlungen nach dem Unfall, bei dem neben den sieben Todesopfern drei weitere Personen schwer verletzt wurden.

Laut Angaben der Staatsanwaltschaft wurden außerdem zwei Päckchen mit mutmaßlich psychoaktiven Substanzen sichergestellt. Die endgültigen Laborergebnisse dazu stehen noch aus. 

Zu Spekulationen über einen möglichen technischen Defekt des Fahrzeugs – etwa ein blockiertes Lenksystem während eines Überholmanövers – äußerten sich die Ermittler bislang zurückhaltend. Eine abschließende Bewertung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Der Unfall hatte europaweit für Bestürzung gesorgt. Die sieben Opfer, alle zwischen 20 und 30 Jahre alt, waren auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel ihres Vereins in Frankreich. Zwei der drei Überlebenden wurden inzwischen mit einem medizinischen Flugzeug nach Thessaloniki ausgeflogen. Der dritte Verletzte verbleibt nach einer Operation an der Halswirbelsäule vorerst auf der Intensivstation in Temeswar.

Die sterblichen Überreste der sieben Verstorbenen wurden am Donnerstag mit einem Militärflugzeug nach Griechenland überführt. Am „Traian Vuia“-Flughafen bei Temeswar fand zuvor eine religiöse Zeremonie unter Leitung des orthodoxen Metropoliten des Banats, Ioan Selejan, statt. Auch am Unfallort nahe Lugosch gedachten Fußballanhänger der Opfer mit Kerzen, Fackeln, Blumen und anderen symbolischen Gesten der Solidarität.