Fast jede zweite Behindertenakte im Kreis Sathmar gestrichen

Sathmar – Im Kreis Sathmar/Satu Mare hat eine umfassende Überprüfung von Akten zur Einstufung in einen Behinderungsgrad zu einem bemerkenswerten Ergebnis geführt: 432 von insgesamt 1103 überprüften Behindertenakten wurden annulliert. Damit war nahezu jede zweite Akte betroffen. Die Maßnahme wurde Ende 2025 im Rahmen einer gemeinsamen Kontrollaktion mehrerer staatlicher Institutionen durchgeführt, wie die Präfektur Sathmar mitteilte.

Besonders häufig betroffen waren Akten, die mit höheren monatlichen Leistungen verbunden sind. So wurden 205 von 551 Akten zur schweren Behinderung mit persönlichem Assistenten aufgehoben. Auch bei der erheblichen Behinderung kam es zu zahlreichen Streichungen: 169 von 410 Fällen wurden annulliert. Weitere 26 Akten betrafen Personen mit schwerer Behinderung ohne Assistenten.

Nach Angaben der Behörden sind die Kürzungen in erster Linie auf die Neubewertung medizinischer Unterlagen zurückzuführen. In mehreren Fällen entsprachen die eingereichten Dokumente nicht mehr den gesetzlichen Voraussetzungen. Hinzu kamen Todesfälle sowie Situationen, in denen Betroffene nicht zu den verpflichtenden medizinischen Nachuntersuchungen erschienen waren, was zur Aussetzung der Leistungen führte.

Die finanziellen Auswirkungen sind erheblich. Bei monatlichen Unterstützungsbeträgen von bis zu 3302 Lei für schwere Behinderungen mit Begleitperson ergibt sich eine monatliche Einsparung von rund 782.000 Lei. Hochgerechnet spart der Staat dadurch über 9,3 Millionen Lei pro Jahr.

Präfekt Tamás Altfatter bezeichnete die Aktion als einen Akt grundlegender Verantwortung gegenüber allen Bürgerinnen und Bürgern. Ziel sei es, sowohl Missbrauch öffentlicher Gelder zu verhindern als auch sicherzustellen, dass Menschen mit tatsächlichen und schweren Behinderungen weiterhin den Schutz erhalten, den sie benötigen.

„Diese Einsparungen sind keine bloßen Zahlen“, erklärte der Präfekt. „Es handelt sich um Mittel, die mit Integrität jenen zugutekommen müssen, die wirklich darauf angewiesen sind.“ Eine korrekte und transparente Bewertung der medizinischen Unterlagen sei entscheidend, um ein gerechtes Sozialsystem aufrechtzuerhalten.

Die Behörden kündigten an, die Überprüfung der Behindertenakten auch im Jahr 2026 fortzusetzen. Langfristig soll so ein ausgewogenes System entstehen, das einerseits soziale Gerechtigkeit gewährleistet und andererseits den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln sicherstellt.