Förster als Holzdiebe und Wilderer

27 Haftbefehle und fünf Hausdurchsuchungen im Banater Bergland, 18 Verdächtigte, 60 Tage Amtssuspendierung für drei der Förster

Reschitza – Im Banater Bergland laufen seit dem 3. Februar dieses Jahres staatsanwaltliche und polizeiliche Untersuchungen in einem breit gestreuten Fall von illegalem Holzfällen in privaten und Staatsforsten. Bei den fünf Hausdurchsuchungen sind 155.000 Lei und 44.000 Euro beschlagnahmt worden, sowie eine Anzahl handgefertigter Munition für Großwildjagd (Rehe, Hirsche, Wisente, Bären). Der allgemeine Vorwurf, mit dem die 16 bis 18 (die Angaben variieren ja nach Quelle) Verdächtigten und die elf als Zeugen Vorgeladenen konfrontiert werden, heißt „Übertretung der Forstgesetzgebung“. 

Laut übereinstimmenden Angaben der Untersuchungskräfte „haben in der Zeitspanne 2024-2026 mehrere Personen – unter denen sich auch beamtetes Personal mehrerer staatlicher Forstamtsbezirke befindet –  in kontinuierlicher Form die Forstgesetzgebung übertreten. Sie taten das sowohl als Herausgeber und Unterzeichner der Begleitpapiere für Forsttransporte, als auch als diejenigen, die die Forsttransporte auf der Nationalen Kontroll- und Verfolgungsplattform für Forsttransporte SUMAL (mit falschen Daten) angezeigt haben. Zusammen mit einem weiteren Vertreter eines anderen staatlichen Forstamtsbezirks ließen sie in Forsten illegal Bäume fällen und abtransportieren, wobei die Holztransporte wiederholt ohne Papiere losgeschickt worden sind. Es handelte sich um Holzmengen, die jeweils die fünf Kubikmeter überschritten haben.“

Drei der Verdächtigten – alle drei Forstbeamte in Staatsforsten – wurden für je 24 Stunden in Sicherheitsverwahrung genommen, desgleichen ein Polizist der Grenzpolizei. Weitere Förster und Grenzpolizisten werden in der kommenden Zeitspanne zu Verhören bei der Polizei vorgeladen. Mehrere der Verdächtigten sind für die kommenden 60 Tage der Justizkontrolle unterstellt worden. Zudem wurde ihnen verboten, in dieser Zeitspanne den Beruf auszuüben, dessentwegen sie mit der Justiz jetzt in Faché geraten sind.

Die Strafuntersuchungen werden vom Staatsanwalt des Stadtgerichts Neumoldowa an der Donau geleitet. Er versucht, die Umstände von vier Gesetzesübertretungen aufzuklären: illegales Fällen von Bäumen in staatlichen und privaten Forsten, Diebstahl von Baumstämmen aus staatlichen und privaten Forsten, illegaler Transport (ohne Dokumente) von größeren Holzmengen als fünf Kubikmeter pro Transport, Fütterung des elektronischen Forst-Überwachungssystems SUMAL mit Daten, die der Realität widersprochen haben. Die Hausdurchsuchungen, die Forstkontrollen und die Durchsetzung der Haftbefehle wurden von den diversen Polizeiabteilungen, der Gendarmerie und der Forstgarde/Garda Forestieră Temeswar durchgeführt.

Die Forstdirektion Karasch-Severin erklärte durch ihren jungen Leiter, Dipl.-Forsting. Daniel Poliță, dass die der strafrechtlichen Untersuchung unterworfenen Förster der beiden staatlichen Forstamtsbezirke ihres Amts suspendiert wurden für die gesamte Zeitspanne der strafrechtlichen Untersuchungen. „Wir wiederholen: bei uns gilt heute Toleranz NULL gegenüber Übertretungen der Forstgesetzgebung oder die internen Regelungen, durch unsere Angestellten“, heiß es. „Die Institutionen, die den festgestellten oder vermuteten Illegalitäten nachgehen, haben unsere volle Unterstützung zur Aufhellung des Geschehens.“