Reschitza/Bukarest – Die Generalstaatsanwaltschaft Rumäniens ging im März landesweit gegen die illegale Holzfällerei und gegen Holzverarbeitung am Fiskus vorbei vor und ließ mehrere hundert Fälle untersuchen, wo Verdacht auf Illegalität besteht. Besonders viele dieser Fälle wurden in den Landeskreisen Hunedoara und Karasch-Severin unter die Lupe genommen, zwei der Landeskreise mit ausgedehnten, aber auch sehr wertvollen Buchen- und Nadelholz-Wäldern.
Eine Standardmauschelei in den beiden Landeskreisen bestand darin, dass die Hölzer, die in einem der Landeskreise illegal gefällt wurden, mit gefälschten Papieren in den anderen Landeskreis gebracht, umgehend verarbeitet wurden – vorwiegend zu Europaletten, also weit unterm potenziellen Realwert der gefällten Hölzer – und dann „legal“ in den Wirtschaftskreislauf eingeführt wurden, als „verarbeitetes Holz“. Zum Zweck der Deckung der Illegalitäten wurde manipulierend eingegriffen ins elektronische Überwachungssystem SUMAL der Holztransporte, wurden Lagerbestände in den Buchhaltungen falsch angegeben, wurde wertvolles stehendes Holz in abgelegenen Schlägen illegal gefällt und auf alten Forstwegen in den Nachbarkreis transportiert, um in „Endprodukte“ verwandelt zu werden.
Die Staatsanwälte der Generalstaatsanwaltschaft, unterstützt von Gendarmerie, Polizisten des Generalinspektorats der Polizei, IGP, und Forstgarde führten in den beiden Landeskreisen Haus- und Firmendurchsuchungen im Weiler Bârcea Mare/Hunedoara und im der Gemeinde Zăvoi eingemeindeten Dorf Voislova/Karasch-Severin durch. Zwischen den beiden in Tälern der südlichen Ausläufer der Südkarpaten gelegenen Ortschaften war der intensivste „partnerschaftliche“ Austausch von illegal gefälltem Holz und dessen umgehender Verarbeitung zu „Endprodukten“ festgestellt worden, wobei zum „partnerschaftlichen Verhältnis“ auch mehrere Holzdepots gehörten, wo die buchhalterischen Mauscheleien und die Fälschung der SUMAL-Daten durchgeführt wurden.
„Im Laufe unserer Untersuchungen identifizierten wir mehrere Handelsgesellschaften, die von Personen verwaltet wurden, die untereinander verwandt sind. Diese hatten eine Art `Kreislauf des Holzes` organisiert – wobei es sich fast durchwegs um gesetzwidrig geerntete Hölzer gehandelt hat. Unseren bisherigen Schlussfolgerungen zufolge“ – so das Kommuniqué der Staatsanwaltschaft – „ist das illegal gefällte Holz entweder auf mehrere Depots im Landeskreis Hunedoara verteilt worden, wobei unser Verdacht erweckt wurde durch die Differenzen, die zwischen der Aktenlage (die mit den SUMAL-Aufzeichnungen verglichen wurde) und dem nachgeprüften Real-Holzbestand in den Depots entdeckt wurden. In einem Holzlager in Simeria beispielsweise sagte die Aktenlage, es seien 82 Kubikmeter Holz im Depot. Realiter war es viel mehr. Bei einem anderen, ebenfalls in Simeria, waren laut Akten 520 Kubikmeter Holz im Depot. In Wirklichkeit viel weniger. In allen Fällen bestand der Verdacht, das ein Teil dieser Hölzer auf illegalem Weg gefällt und dorthin gelangt war. Auch hatten die Verdächtigten Mittel und Wege gefunden, Endprodukte ohne Legalitätsbeweise ihrer Herkunft in den Wirtschaftskreislauf einzuschleusen – natürlich am Fiskus vorbei.“
Der Tatbestand war be-reits zwischen dem 15. und 26. September 2025 festgestellt und umgehend vor Ort untersucht worden. Die Verdächtigten hatten aus den Staatswäldern in jener Zeitspanne im Bereich der Gemeinde Cerb²l/Hunedoara 286 uralte Buchen, Tannen und Fichten illegal gefällt. Der geschätzte Schaden betrug 152.000 Lei. Von einem weiteren Schlag, in der Nähe, waren Buchen im Wert von geschätzt 85.000 Lei gefällt und gestohlen worden.
Die Untersuchungen der Generalstaatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen. Für die Verdächtigten gilt die Unschuldsvermutung. Nach Überzeugung der Umweltschutzorganisationen werden durch solcherlei Aktionen nur dem Eisberg die Spitze abgeschabt.




