Temeswar (ADZ) – Die Baugenehmigung für die Westumfahrung von Temeswar lässt weiter auf sich warten. Das türkische Unternehmen NUROL Inșaat ve Ticaret A.Ș., das den Auftrag für Planung und Bau erhalten hat, kann mit den eigentlichen Arbeiten daher noch nicht beginnen. Entlang der künftigen Trasse laufen jedoch bereits vorbereitende Maßnahmen. Wie die Regionaldirektion für Straßen- und Brückenbau Temeswar (DRDP) mitteilte, werden derzeit unter anderem Baustraßen angelegt. Zudem laufen archäologische Untersuchungen auf dem künftigen Baufeld. Auf der knapp 14 Kilometer langen Trasse wurden 13 Stellen identifiziert, an denen archäologische Grabungen vorgesehen sind oder bereits begonnen haben. Die Arbeiten werden von Fachleuten des Geschichtsmuseums aus Sathmar/Satu Mare durchgeführt. Die Westumfahrung von Temeswar soll 13,9 Kilometer lang werden und je zwei Fahrspuren pro Richtung erhalten. Geplant sind außerdem vier Verkehrsknotenpunkte, zehn Brücken und Überführungen sowie zwei Parkplätze.
Der Auftrag war nach einem längeren Vergabeverfahren an das türkische Unternehmen gegangen. Die Ausschreibung für Planung und Bau war Anfang Februar 2024 gestartet. Ende Juli 2024 wurde NUROL als Sieger des Vergabeverfahrens bekanntgegeben. Eine weitere Beschwerde verzögerte das Verfahren erneut, wurde im Oktober 2024 jedoch ebenfalls zurückgewiesen. Der Vertrag wurde schließlich Ende Januar 2025 unterzeichnet. Er hat ein Volumen von 1,41 Milliarden Lei ohne Mehrwertsteuer. Mit Mehrwertsteuer beläuft sich der Betrag auf 1,68 Milliarden Lei oder rund 340 Millionen Euro. Die Laufzeit des Projekts beträgt 30 Monate, davon sechs Monate für die Planung und 24 Monate für die Bauausführung.
Erste Untersuchungen im Gelände begannen im März 2025. Obwohl das technische Projekt bereits im Sommer weitgehend fertig war, kam es nach dem Regierungswechsel im Juni 2025 zu Verzögerungen. Mehrere Genehmigungsverfahren mussten neu durchlaufen werden, darunter auch die für die Enteignungen erforderlichen Schritte. Im August liefen die letzten Vorbereitungen für den Beginn der Enteignungen. Im November wurden geotechnische Untersuchungen und archäologische Forschungen entlang der künftigen Trasse fortgesetzt. Mit den eigentlichen Bauarbeiten kann erst nach Erteilung der Baugenehmigung begonnen werden.




