Geringer Subventionsbedarf im Nahverkehr

Die Umstellung des Reschitzaer Fahrzeugparks auf Elektroantrieb hat sich vielfach gelohnt

Reschitza – Im Vergleich zum Großteil der Ortschaften Rumäniens, wo es Nahverkehrsunternehmen gibt, hat Reschitza eines der geringsten Subventionierungsbedürfnisse: zwischen 30 und 36 Prozent. Landesweit gäbe es Ortschaften, meldet das Reschitzaer Rathaus, wo bis zu 90 Prozent der Kosten des öffentlichen Nahverkehrs („Temeswar: 87 Prozent“, zitierte der Reschitzaer Bürgermeister Ioan Popa) subventioniert werden müssen.

Bürgermeister Ioan Popa (PNL) erklärte auf einer seiner jüngsten Begegnungen mit den Medien, dass ihm keine einzige Ortschaft Rumäniens bekannt sei, wo der öffentliche Nahverkehr sich mittels verkaufter Tickets selber trägt. Hingegen gäbe es einige, wo der Subventionsbedarf relativ gering sei (Popa zitierte sein immerwährendes Vorbild Großwardein/Oradea) und zu denen gehöre auch Reschitza.

„Der gesamte öffentliche Nahverkehr in Rumänien braucht Subventionierung“, so Popa. „Der öffentliche Nahverkehr ist kein Geschäft, sondern eine öffentliche Dienstleistung, die sich an gewisse – in hohem Maße hilfsbedürftige – Bevölkerungsschichten wendet, die in den meisten Fällen das Recht genießen, die öffentlichen Nahverkehrsmittel gratis oder zu reduzierten Tarifen zu benutzen. Ich meine hier vorwiegend die Rentner und die Schüler. Aber es gibt zusätzlich viele weitere Bürger, denen diese Rechte gewährt sind. Dafür zahlt dann die Stadt, aufgrund von Beschlüssen des Stadtrats. Nicht zuletzt muss die Stadt aber auch das Befahren von Routen subventionieren, die nicht rentabel (sein können, wegen der geringen Fahrgastzahl), aber für die Bürger nötig sind. Das sind die wirtschaftlich ineffizienten Routen. In Reschitza meist jene, die in die eingemeindeten Ortschaften führen, Moniom, Sekul, Câlnic, Doman. Da fahren häufig 30-Plätze-Busse hin und haben ein, zwei, drei Fahrgäste. Doch im öffentlichen Nahverkehr ist Wirtschaftlichkeit nur in Grenzen gefragt. Dort müssen wir eben kräftig subventionieren.“

Der Subventionsbedarf des öffentlichen Nahverkehrs in Reschitza konnte 2025 stark verringert werden. Das sei nicht nur ein Verdienst der Leitung des Reschitzaer Nahverkehrsunternehmens TUR – Popa: „Die Kollegen möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich loben und beglückwünschen!“ – sondern auch eine Folge des mittels EU-Unterstützung über mehrere Jahre erfolgten Umstiegs (und Umbaus der Trassen sowie Schaffung neuer Verkehrswege) auf elektrisch betriebene Nahverkehrsmittel, aber auch der Wiedereinführung des Straßenbahnverkehrs, der zu einer Attraktivität (auch) durch Pünktlichkeit wurde. Am wichtigsten sei in den Augen von Bürgermeister Ioan Popa aber das effiziente Management seitens der Leitung des Reschitzaer (stadteigenen) Nahverkehrsunternehmens TUR (d.i. Transport Urban Reșița) – neben den hohen Investitionen, die mittels Unterstützung der EU in Reschitza im Rahmen des langfristigen Stadtprojekts der urbanen Transformation der Bersaustadt möglich wurden. Heute seien die Pflege- und Instandhaltungsarbeiten des Parks der Nahverkehrsmittel, die TUR nutzt, (auch) weil sie zeitgerecht durchgeführt werden und weil nahezu der gesamte Park neu ist, unvergleichlich kostengünstiger als vor der Umstellung. Auch das ein nicht unwesentlicher Grund für den geringeren Subventionierungsbedarf.