Gravierende Defizite bei Spitalsanierung

Arad(ADZ) – Bei der Renovierung des ehemaligen städtischen Krankenhauses in Arad sind nach Kontrollen der Bauaufsichtsbehörde (Inspectoratul de Stat în Construcții) erhebliche Baumängel festgestellt worden. Das zu modernisierende Hauptgebäude des historischen Krankenhauses weist Risse in tragenden Wänden, nicht projektkonform ausgeführte Aushubarbeiten, falsch montierte Bewehrungen und fehlende qualitätsrelevante Dokumente auf. Aufgrund dieser gravierenden Defizite verhängten die Bauaufsichtsbehörden Bußgelder in Höhe von insgesamt 250.000 Lei und ordneten eine zusätzliche technische Expertise an, um die Sicherheit und Tragfähigkeit der Baustelle zu überprüfen.

Der Umbau ist Teil eines mit 33,8 Millionen Lei veranschlagten Projekts, dessen Ziel es ist, das ehemalige Stadtkrankenhaus zu modernisieren und wieder nutzbar zu machen. Dieses Vorhaben wird vom Arader Kreisrat umgesetzt und über den rumänischen Resilienz- und Wiederaufbauplan (PNRR) sowie weitere lokale und staatliche Mittel finanziert. Der Vertrag für die Bauarbeiten war im Frühjahr 2024 unterzeichnet worden.

Nach Angaben des Kreisrats sind die Arbeiten derzeit zu etwa 55 Prozent abgeschlossen, und das ursprünglich geplante Fertigstellungsdatum ist der 9. April 2026. Sollte dieser Termin nicht eingehalten werden, droht der Verlust der zugesagten europäischen Fördermittel, was das gesamte Sanierungsprojekt und die zukünftige Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes gefährden könnte.

Die Beanstandungen der Bauaufsichtsbehörde betreffen insbesondere die historische Struktur des Hauptgebäudes, das als denkmalgeschütztes Objekt gilt. In solchen Fällen gelten besonders strenge bauaufsichtliche und dokumentarische Anforderungen, da Fehler in der Ausführung die langfristige Stabilität erheblich beeinträchtigen können. Zu den Mängeln zählen nach Angaben der Bauaufsicht Risse im Fundamentbereich und in tragenden Wänden, Abweichungen von den genehmigten Plänen bei Aushubarbeiten und Bewehrungen sowie Unvollständigkeiten bei prüfungsrelevanten Unterlagen, die für eine ordnungsgemäße Bauüberwachung erforderlich sind.

Die nun angeordnete zusätzliche technische Analyse soll klären, in welchem Umfang und mit welchen Maßnahmen die beanstandeten Schwachstellen behoben werden müssen, bevor der weitere Baufortschritt unbedenklich fortgesetzt werden kann. Bis dahin bleibt offen, ob der Sanierungszeitplan eingehalten werden kann und ob die Finanzierung aus PNRR-Mitteln gesichert bleibt. Die Fertigstellung des ehemaligen Spital Municipal gilt als wichtiger Entwicklungsschritt für Arad und die medizinische Versorgung der Region.