Neustadt – Das Stadttheater von Neustadt/Baia Mare steht vor einer umfassenden Sanierung und Erweiterung – und das Interesse am Auftrag ist enorm. Gleich sieben Bieter haben Angebote für das Bauprojekt eingereicht, dessen Auftragswert sich auf rund 94 Millionen Lei (93,8 Mio. Lei inkl. MwSt.) beläuft. Damit zählt das Vorhaben zu den größten kommunalen Investitionen der letzten Jahre in der Stadt.
Noch bevor die Vergabekommission ihre Arbeit aufnehmen konnte, kam es allerdings zu einer ersten juristischen Auseinandersetzung: Der Baukonzern Strabag legte Beschwerde beim Nationalen Rat für die Lösung von Beschwerden (CNSC) ein. Gefordert wurden Korrekturen im Vergabeverfahren sowie eine vorübergehende Aussetzung der Ausschreibung. Die Beschwerde wurde jedoch am 15. Januar 2026 zurückgewiesen, womit der Weg für das Verfahren wieder frei ist.
Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 137 Millionen Lei. Finanziert wird es überwiegend aus dem Staatshaushalt über das Nationale Programm zur Sanierung erdbebengefährdeter Gebäude, das 55 Prozent der Kosten übernimmt. Die restlichen mehr als 61 Millionen Lei muss die Stadt selbst aufbringen, voraussichtlich über einen Bankkredit.
Der Zuschlag erfolgt nicht allein nach dem niedrigsten Preis. Entscheidend ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Angebotspreis fließt mit 40 Prozent in die Bewertung ein, gefolgt von Ausführungsmethodik (25 %), Bauzeitplan (20 %) und der Erfahrung des Bauleiters (15 %).
Der künftige Auftragnehmer muss in der Lage sein, bereits in den ersten drei Monaten rund 9,7 Millionen Lei vorzufinanzieren. Die geplante Bauzeit beträgt 24 Monate.
Neben der umfassenden Sanierung sieht das Projekt auch eine Erweiterung des Gebäudes vor. Die Nutzfläche wächst von etwa 5000 auf 5872 Quadratmeter. Besonders die Werkstätten profitieren: Ihre Fläche wird auf 1050 Quadratmeter verdoppelt. Auch das Theater selbst gewinnt fast 400 Quadratmeter hinzu.




