Großwardein – Die Stadt Großwardein/Oradea führt als erste Kommune in Rumänien eine vollständig digitale und transparente Vergabe von Anwohnerparkplätzen ein. Künftig werden freie Stellplätze nicht mehr über Hausverwaltungen oder klassische Listen vergeben, sondern über eine Online-Plattform – inklusive digitaler Auktionen.
Der neue Vergabemechanismus wurde am 26. Februar vom Stadtrat beschlossen. Bürgermeister Florin Birta spricht von einem „100 Prozent digitalisierten, korrekten und transparenten System“, das Spekulationen, Bevorzugungen und inoffizielle Absprachen beenden soll.
Derzeit gibt es in der Stadt rund 20.500 vergebene Anwohnerparkplätze. Damit diese bei den aktuellen Inhabern bleiben, müssen die Anwohner innerhalb von 90 Tagen ein Nutzerkonto auf der städtischen Plattform anlegen und ihre Daten aktualisieren.
Zusätzlich stehen 4500 freie Parkplätze zur Verfügung. Diese werden künftig ausschließlich über die On-line-Plattform versteigert. Teilnahmeberechtigt sind Anwohner im Umkreis von etwa 150 Metern.
Nach Registrierung müssen Nutzer ihren Personalausweis sowie die Fahrzeugpapiere hochladen. Ist ein Stellplatz frei, können sie sich dafür anmelden. Gibt es nur einen Bewerber, erhält dieser den Platz direkt zum Jahresgrundpreis von 160 Lei.
Bei mehreren Interessenten startet eine Online-Auktion. Das Mindestgebot beträgt 160 Lei, die Gebotsschritte liegen bei 50 Lei. Wer am Ende das höchste Gebot abgegeben hat, muss innerhalb von 48 Stunden zahlen. Erfolgt keine Zahlung, wird der Nutzer für zwölf Monate von der Plattform ausgeschlossen.
Mit dem neuen System werden alle Parkplätze stadtweit einheitlich nummeriert – von Nufărul bis Rogerius. Künftig tragen die Schilder eine individuelle Platznummer (z. B. 10.340), das Kennzeichen sowie die Vertragsnummer mit der Stadt. Alle bisherigen Reservierungsschilder müssen ausgetauscht werden.
Die Plattform wird mit den Datenbanken des rumänischen Kraftfahrzeugregisters (RAR) und der Kfz-Versicherungen verknüpft. So wird regelmäßig geprüft, ob technische Untersuchung (ITP) und Versicherung gültig sind. Bei Verstößen droht der Entzug des Parkplatzes.
Zudem arbeitet die Stadt an Schnittstellen mit der Sozialbehörde (DGASPC), um Schwerbehindertenausweise zu überprüfen, sowie mit dem Katasteramt, um Eigentumswechsel automatisch zu erfassen.
Die Plattform lief seit Anfang Februar im Testbetrieb, bislang wurden 4500 Konten beantragt. Ab dem 3. März geht das System offiziell in den Regelbetrieb. Mit dem neuen Verfahren will die Stadt vor allem eines erreichen: weniger Streit um Parkplätze – und mehr Transparenz.




