Großwardein investiert in Fernwärme

Großwardein – Die Fernwärmegesellschaft Termoficare Großwardein/Oradea hat für das Jahr 2025 eine positive Entwicklung bei der Modernisierung des Wärmenetzes der Stadt gemeldet. Durch umfangreiche Investitionen in Infrastruktur und Technik konnten die Netzverluste auf rund 22 Prozent gesenkt werden – der niedrigste Wert seit vielen Jahren. Gleichzeitig nahm die Zahl der Störungen deutlich ab.

Ein wichtiger Schritt war die stärkere Nutzung geothermischer Energie. Nach der Modernisierung der Anlagen im Stadtteil Großwardein–Nufărul I liegt deren Anteil am gesamten Wärmesystem inzwischen bei über zwölf Prozent. Dadurch sinkt nicht nur der Gasverbrauch, auch die   Energieeffizienz des Systems steigt.

„Die Erweiterung der geothermischen Nutzung trägt dazu bei, die langfristigen Kosten zu senken und die Umweltbelastung zu reduzieren“, erklärte Unternehmensdirektor Călin Ungur.

Auch die Nachfrage nach dem zentralen Heizsystem nimmt zu. Im Jahr 2025 wurden 764 neue Wohnungen an das Netz angeschlossen. In den vergangenen fünf Jahren entschied man sich für insgesamt mehr als 5000 Wohnungen für die Fernwärmeversorgung.

Der Umsatz des Unternehmens lag 2025 bei rund 395 Millionen Lei. Trotz steigender Einnahmen verzeichnete das Unternehmen allerdings ein negatives Ergebnis von etwa 55 Millionen Lei. Grund dafür seien unter anderem seit fast 20 Jahren unveränderte Tarife für Transport und Verteilung, erklärte die Unternehmensleitung.

Hinzu kamen höhere Kosten für Erdgas, der Kauf von CO2 -Emissionszertifikaten sowie eine Konzessionsabgabe von mehr als 35 Millionen Lei. Positiv bleibt jedoch die Zahlungsmoral der Kunden: 99,82 Prozent der Rechnungen wurden fristgerecht beglichen.

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt Großwardein laut Unternehmensangaben die Stadt mit dem niedrigsten Fernwärmepreis in Rumänien. Der Gesamtpreis liegt derzeit bei 549 Lei pro Megawattstunde und damit deutlich unter den Tarifen in Städten wie Temeswar/Timișoara, Kronstadt/Brașov, Arad, Klausenburg/Cluj-Napoca oder Ploiești.

Ein zentrales Projekt ist derzeit die neue Produktionsanlage „Gruppe 7“, die sich in der letzten Testphase befindet. Die Anlage soll die Effizienz der Wärmeproduktion auf über 80 Prozent steigern, den Gasverbrauch senken und jährlich rund 18.000 Tonnen CO2 einsparen. Gleichzeitig wird sie helfen, Verbrauchsspitzen im Winter besser abzudecken und ältere Anlagen schrittweise zu ersetzen.