Temeswar – Der Verein „LOGS – Grup de Inițiative Sociale“ hat mit Unterstützung des französischen Außenministeriums im März und April dieses Jahres das Projekt „Sexuelle Gewalt: Prävention, Schutz, Unterstützung“ umgesetzt. Ziel der Initiative war es, Jugendliche im Kreis Temesch/Timiș gezielt über die Risiken von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung aufzuklären – insbesondere im digitalen Raum.
Hintergrund sind alarmierende Zahlen: Laut einer Studie der Kinderschutzorganisation „Salva]i Copiii“ in Rumänien nutzen 96 Prozent der Kinder das Internet über Smartphones, jedes zweite Kind wurde bereits Opfer von Online-Mobbing. 2024 registrierten die rumänischen Behörden zudem 600 Opfer von Menschenhandel, darunter 332 Kinder (55 Prozent). In 449 Fällen handelte es sich um sexuelle Ausbeutung, 96 betrafen Zwangsarbeit; 258 der Opfer waren Mädchen.
Insgesamt 772 Kinder aus Schulen und Bildungszentren nahmen an interaktiven Workshops, Informationskampagnen und offenen Diskussionen teil. „Die Schulpräsentationen waren ein zentraler Pfeiler der Initiative und schufen einen Dialog zwischen unseren Fachkräften und Partnern der Landesagentur gegen Menschenhandel in Temeswar“, erklärte Rebeca Dorloti, Vorsitzende von LOGS.
Eine digitale Kampagne erzielte zudem über drei Millionen Aufrufe auf TikTok mit vier Kurzvideos – drei von LOGS-Experten produziert, eines von Schülern. Drei Schulen aus dem Kreis Temesch wurden für ihre Beiträge ausgezeichnet.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Präventionsbotschaften Jugendliche erreichen, wenn sie an ihre Lebensrealität und ihre Kommunikationskanäle angepasst sind“, sagt Sozialarbeiterin Maria Bain.
Experten empfehlen Kindern und Eltern unter anderem, Privatsphäre-Einstellungen zu sichern, keine persönlichen Daten zu teilen, vorsichtig bei unbekannten Kontakten zu sein und keine Treffen mit Online-Bekanntschaften zu vereinbaren. Im Notfall stehen kostenlose Hotlines wie die Nummer 119 zur Verfügung.
Das Projekt wurde gemeinsam mit der Landesagentur für Chancengleichheit, mehreren NGOs sowie lokalen Behörden umgesetzt. Videos stehen Lehrern und Eltern online unter grupullogs.ro/svps/ kostenlos zur Verfügung.




