ifa-Regionalwoche stärkte erneut Netzwerke und Perspektiven

Vertreterinnen und Vertreter des ifa sowie der Gastinstitutionen trafen sich diese Woche zur Reginalwoche in Sathmar. Foto: ifa

Sathmar – Eine Woche lang wurde Sathmar/Satu Mare zum Veranstaltungsort eines verzweigten europäischen Netzwerks: Kulturmanagerinnen und Kulturmanager des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) aus Rumänien, Ungarn und Serbien, die als Entsandte bei ihren Gastinstitutionen tätig sind, trafen sich im Rahmen der diesjährigen ifa-Regionalwoche, die vom 22. bis 27. März in Sathmar stattfand. Das Treffen, das jedes Jahr an einem anderen Ort organisiert wird, bot nicht nur Raum für fachlichen Austausch, sondern auch für intensive Einblicke in die kulturelle Landschaft der Region. Ebenso nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der diversen Gastinstitutionen teil.

Zentrum der Veranstaltung war das Hotel Aurora, wo Seminare, Gespräche und Fortbildungen stattfanden. Schon der Auftakt machte deutlich, dass die Verbindung von Theorie und Praxis im Mittelpunkt stand: Neben organisatorischen Sitzungen führte der erste Programmtag die Teilnehmenden an das Deutsche Theoretische Lyzeum „Johann Ettinger“ – ein symbolträchtiger Ort für die deutsche Minderheit in der Region. Hier wurde die Bedeutung von Bildungsarbeit für den Erhalt kultureller Identität greifbar.

Auch die Stadt selbst rückte in den Fokus: Ein Stadtrundgang eröffnete den Gästen Einblicke in Geschichte und Gegenwart der Stadt. Ergänzt wurde dies durch einen Besuch im Sathmarer Kreismuseum, wo die regionale Vielfalt aus historischer Perspektive beleuchtet wurde.

Inhaltlich standen vor allem aktuelle Herausforderungen der Kulturarbeit im internationalen Kontext im Zentrum. Inputs dazu kamen u. a. von Julia Tayps (Vertreterin der deutschen Minderheit in der Region Transkarpatien). Thematisiert wurde auch die Zusammenarbeit mit der Ukraine und die Rolle kultureller Netzwerke in Krisenzeiten. Besonders praxisnah erwies sich die zweitägige Fortbildung zur Drittmittelakquise – ein Thema, das für viele der Teilnehmenden von existenzieller Bedeutung ist.

Die Liste der vertretenen Organisationen spiegelte eindrucksvoll die geografische wie institutionelle Vielfalt des Netzwerks wider: vom Demokratischen Forum der Deutschen in Sathmar und Kronstadt/Brașov über das FunkForum in Temeswar/Timișoara und die Evangelische Kirchengemeinde A.B. in Fogarasch/Făgăraș sowie den Deutschen humanitären Verein „St. Gerhard“ in Sombor (Serbien) bis hin zum Kulturverein Nikolaus Lenau e.V. aus Fünfkirchen/Pécs sowie dem Jakob-Bleyer-Heimatmuseum in Budaörs und der Organisation Deutsche Jugend in Transkarpatien. Der Austausch zwischen diesen Akteuren zeigte, wie eng die deutsche Minderheitenarbeit in Mittel- und Osteuropa miteinander verflochten ist.

Den Abschluss bildete eine Exkursion nach Großkarol/Carei. Dort standen ein Besuch beim Deutschen Forum sowie eine Führung durch das Károlyi-Schloss auf dem Programm.