Katzenhäuschen zwischen den Blocks

Temeswar (ADZ) – Die Stadtverwaltung von Temeswar/Timișoara plant ein neues Programm zur Verbesserung des Umgangs mit herrenlosen Katzen im Stadtgebiet. Unter dem Arbeitstitel „Căsuțe pentru pisici“ (Häuschen für Katzen) sollen künftig standardisierte Katzenhäuser auf öffentlichen Flächen zwischen Wohnblöcken installiert werden, um den Tieren feste Unterschlüpfe zu bieten und zugleich provisorische, ungeordnete Unterkünfte zu ersetzen. Die Initiative ist Teil einer städtischen Strategie zur geordneten Betreuung und zum Schutz von Straßenkatzen und wurde bereits zur Beratung im Stadtrat vorgelegt.

Nach dem aktuellen Entwurf eines Gemeinderatsbeschlusses würden die Katzenhäuser auf Antrag von Wohnungseigentümergemeinschaften aufgestellt. Voraussetzung ist, dass die Mehrheit der Bewohner (mindestens die Hälfte + einer) ihr Einverständnis erklärt. Die Kommune stellt dabei den administrativen Rahmen, legt Standorte und Genehmigungsverfahren fest und überwacht die Einhaltung der Regeln; die finanzielle Umsetzung erfolgt dagegen nicht aus dem städtischen Haushalt. Stattdessen sollen die Katzenhäuser sowie Futter und Ausstattung über Spenden, Sponsoring oder Zuwendungen von Vereinen, NGOs oder Privatpersonen bereitgestellt werden.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die klare Regelung der Verantwortung vor Ort: Wohnungseigentümergemeinschaften, die an dem Programm teilnehmen, müssten sich verpflichten, die Tiere zweimal täglich zu füttern, die Katzenhäuser sauber zu halten und den Gesundheitszustand der Tiere zu überwachen. Diese Aufgaben würden von benannten Personen innerhalb der Gemeinschaft wahrgenommen, heißt es im Konzept.

Ein weiterer Fokus des Entwurfs liegt auf der städtischen Sauberkeit und Ordnung: Im Umfeld von Wohnblöcken sollen künftig improvisierte Behausungen für Tiere beseitigt werden, um hygienische Probleme zu reduzieren und ein harmonischeres Stadtbild zu fördern. Der städtische Entwurf sieht außerdem vor, dass Verstöße gegen die festgelegten Pflichten mit Bußgeldern geahndet werden können, um die ordnungsgemäße Pflege sicherzustellen.

Die Idee ist nicht völlig neu: In anderen Regionen Rumäniens und Europas haben Gemeinden bereits ähnliche Programme erprobt, um herrenlose Katzen besser zu schützen und die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Vereinen und Bewohnern zu stärken. In Temeswar soll mit dem neuen Ansatz ein strukturierter Rahmen geschaffen werden, der sowohl das Wohl der Tiere als auch die Interessen der Anwohner berücksichtigt. Bevor das Projekt in Kraft tritt, muss der entsprechende Regelungsentwurf dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden.