Klärschlamm-Verbrennungsanlage

Temeswar – Die Stadt an der Bega soll noch in diesem Jahr die erste Klärschlamm-Verbrennungsanlage Rumäniens in Betrieb nehmen. Die Anlage entsteht auf dem Gelände der Kläranlage des regionalen Wasserversorgers Aquatim und soll den bei der Abwasserreinigung anfallenden Schlamm in thermische und elektrische Energie umwandeln. Die Bauarbeiten an der Anlage haben 2022 begonnen und stehen nun kurz vor dem Abschluss. Errichtet wurde die Verbrennungsanlage von der Firma Constructim SA für Aquatim. Zum Einsatz kommt ein modernes Thermooxidationssystem, das eine Behandlung des Klärschlamms direkt vor Ort ermöglicht. Damit entfallen der aufwendige Transport und die bisher notwendige Lagerung großer Schlammmengen.

„Im Jahr 2026 wird die Anlage zur energetischen Verwertung des Aquatim-Klärschlamms in Betrieb gehen. Temeswar macht damit einen konkreten Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft und verantwortungsbewusster Energiegewinnung“, erklärten Vertreter von Constructim. Die Anlage kann rund 90 Tonnen Klärschlamm pro Tag verarbeiten. Die dabei erzeugte Energie soll hauptsächlich für den Eigenbedarf von Aquatim genutzt werden und die Betriebskosten des Unternehmens senken. Die Investitionssumme beläuft sich auf über 50 Millionen Lei und wird überwiegend aus europäischen Fördermitteln sowie durch einen Eigenbeitrag von Aquatim finanziert. 

Eine Klärschlamm-Verbrennungsanlage ist eine spezielle Feuerungsanlage, die entwässerten Klärschlamm bei hohen Temperaturen (oft über 850 °C) thermisch verwertet, um Schadstoffe zu zerstören, Energie zu gewinnen und wertvolle Ressourcen wie Phosphor zurückzugewinnen, da die landwirtschaftliche Nutzung aus Umweltschutzgründen zunehmend eingeschränkt wird. Diese Anlagen reduzieren das Volumen des Schlamms und führen zu einem wertvollen Asche-Nebenprodukt, das z. B. im Straßenbau oder zur Phosphor-Rückgewinnung genutzt wird.