Kreis Sathmar beteiligt sich an Entwicklungsprojekt für Grenzregionen

Sathmar – Der Kreis Sathmar/Satu Mare beteiligt sich an einem neuen europäischen Kooperationsprojekt, das die Zusammenarbeit in den Grenzregionen Mittel- und Osteuropas stärken soll. Unter dem Titel „Bridge2EastCE“ wird in den kommenden zwei Jahren untersucht, wie sich der Krieg in der Ukraine auf die östlichen Randregionen der Europäischen Union auswirkt – und wie diese Regionen gemeinsam neue Entwicklungsimpulse setzen können.

Partner des Projekts ist die Gesellschaft für Interkommunale Entwicklung des Kreises Sathmar. Gemeinsam mit Organisationen aus Ungarn, Polen und der Slowakei arbeitet sie an Konzepten, die die Grenzregionen stärker miteinander vernetzen und ihre Rolle als verbindendes Element zwischen Ost und West ausbauen sollen. Insgesamt umfasst das Konsortium elf Partner – acht Vollpartner und drei assoziierte Einrichtungen.

Koordiniert wird das Projekt vom Institute for National Strategy Research in Budapest. Neben der Entwicklungsvereinigung aus Sathmar sind mehrere regionale Institutionen beteiligt, darunter der Kreisrat Szabolcs-Szatmár-Bereg in Ungarn, die regionale Entwicklungsagentur Rzeszów in Polen sowie die slowakische regionale Vereinigung Nagykapos. Diese Organisationen sind direkt in den Grenzregionen tätig und kennen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen He-rausforderungen vor Ort.

Unterstützt werden sie von wissenschaftlichen Einrichtungen, die ihre Expertise in das Projekt einbringen. Dazu zählen die Universität Prešov, das Geografie- und Raumordnungsinstitut „Stanislaw Leszczycki“ der Polnischen Akademie der Wissenschaften sowie das koordinierende Forschungsinstitut in Budapest. Sie sollen die Partner bei Analysen, Studien und der Entwicklung neuer Strategien begleiten.

Darüber hinaus wirken drei weitere Partner beratend mit: die Pannonische Universität (Veszprém), die Verwaltung der Woiwodschaft Karpatenvorland in Polen sowie der Verband der Grenzkommunen der ukrainischen Region Transkarpatien.

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, die Folgen des russisch-ukrainischen Krieges für die Grenzregionen der Europäischen Union genauer zu untersuchen. Gerade in den Randgebieten der EU, die unmittelbar an die Ukraine grenzen, sind wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen besonders spürbar. Gleichzeitig eröffnen sich durch neue Handelsrouten, Infrastrukturprojekte oder verstärkte internationale Zusammenarbeit auch Chancen.

Hier setzt „Bridge2EastCE“ an: Die beteiligten Regionen wollen ihre Erfahrungen austauschen, gemeinsame Entwicklungsstrategien erarbeiten und langfristig einen stabilen Rahmen für die Zusammenarbeit schaffen. Ziel ist es, die Grenzräume nicht mehr als periphere Randgebiete zu betrachten, sondern als Brückenregionen, die unterschiedliche Länder und Märkte miteinander verbinden.

Das Projekt läuft von Februar 2026 bis Januar 2028. Das Gesamtbudget beträgt rund 772.000 Euro.