Temeswar (ADZ) – Die seit Jahren diskutierte Errichtung eines Parkhauses im Zentrum von Temeswar steht erneut zur Debatte. Der Temescher Kreisrat, dem das Grundstück in der Sankt-Johannes-Gasse/Str. Sf. Ioan auf dem Gelände des ehemaligen Militärkommissariats gehört, zieht inzwi-schen eine andere Nutzung in Betracht. Wie Kreisratspräsident Alfred Simonis (PSD) am Mittwoch erklärte, werde derzeit geprüft, auf dem rund 2000 bis 3000 Quadratmeter großen Areal neben der Oper ein Kulturgebäude mit integriertem Parkbereich zu errichten. Hintergrund seien sowohl die zentrale Lage des Grundstücks als auch langfristige städtebauliche Überlegungen.
Nach Einschätzung von Simonis könnte das Stadtzentrum von Temeswar in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren schrittweise in eine überwiegend fußgängerfreundliche Zone umgewandelt werden. Vor diesem Hintergrund erscheine der Bau eines reinen Parkhauses nur als kurzfristige Lösung. Bei Investitionen aus öffentlichen Mitteln müsse auch eine mittel- bis langfristige Perspektive berücksichtigt werden, so der Kreisratsvorsitzende.
Statt eines mehrstöckigen Parkhauses werde daher die Errichtung eines Konzert- und Veranstaltungssaals mit einer Kapazität von etwa 700 bis 1000 Plätzen in Betracht gezogen. Für ein entsprechendes Projekt bestehe die Möglichkeit einer Finanzierung über eine Förderlinie im kulturell-künstlerischen Bereich bei der Regionalen Entwicklungsagentur ADR Vest. Parkflächen könnten dabei auf ein oder zwei Ebenen in das Gebäude integriert werden und insbesondere bei Veranstaltungen genutzt werden. Simonis bezeichnete das Grundstück als die letzte größere unbebaute Fläche im Besitz des Kreises im Stadtzentrum. Eine vergleichbare Parzelle stehe weder dem Kreis noch der Stadt Temeswar zur Verfügung.
Über die Nutzung des Geländes wird seit mehr als zehn Jahren diskutiert. Im Jahr 2022 kam es nach Verhandlungen zu einem Grundstückstausch zwischen dem Temescher Kreisrat und der Stadt Temeswar. Der Kreis überließ der Stadt fünf Hektar für die städtische Gärtnerei-Gesellschaft „Horticultura” und erhielt im Gegenzug 500 Quadratmeter zur Arrondierung des Areals beim ehemaligen Militärkommissariat, das ursprünglich für den Bau eines Parkhauses vorgesehen war.
Nach Angaben des Kreisrats könnten die aktuellen Planungen zu einem der bedeutendsten Neubauprojekte in Temeswar seit 1990 führen. Eine endgültige Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung steht jedoch noch aus.




