Kreisrat und Stadt planen Sanierung der Theresienbastei

Temeswar – Der Temescher Kreisrat und die Stadt Temeswar wollen künftig bei der Sanierung der Theresienbastei enger zusammenarbeiten. Beide Institutionen haben in den vergangenen Wochen entsprechende Beschlüsse gefasst, um gemeinsam die notwendigen Planungsunterlagen in Auftrag zu geben. Konkret geht es zunächst um die Vergabe von Dienstleistungen zur Erstellung der technischen und wirtschaftlichen Dokumentation, die Voraussetzung für Finanzierung und Bauausführung ist. Die Kosten dafür werden auf rund eine Million Lei geschätzt.

Das historische Ensemble befindet sich im Eigentum beider Verwaltungen. Während der Kreisrat größere Teile, vor allem die westliche Seite, besitzt, gehört der östliche Bereich mit den Kunstgalerien in der Nähe der Zahnmedizinischen Fakultät der Stadt. Die Aufteilung gilt als einer der Gründe, warum bislang keine umfassende Neugestaltung umgesetzt wurde. Mit der gemeinsamen Ausschreibung soll nun ein Planer gefunden werden, der ein einheitliches Konzept für den gesamten Bereich erarbeitet. Ohne eine solche Grundlage können weder Fördermittel beantragt noch konkrete Bauarbeiten vorbereitet werden.

Das Vorhaben knüpft an frühere Anläufe zur Belebung des Areals an. Vor allem der Kreisrat hatte nach der Übernahme von Teilen der Bastei in den vergangenen Jahren mehrfach angekündigt, das Gelände stärker als Kultur- und Tourismusstandort entwickeln zu wollen. Die letzte Sanierung wurde 2010 mit EU-Geldern von einer Berliner Firma ausgeführt, doch die Arbeiten erwiesen sich als mangelhaft; auch das damalige Nutzungskonzept ließ sich nur teilweise verwirklichen.

Kreisratsvorsitzender Alfred Simonis (PSD) sprach bereits zu Beginn seiner Amtszeit von einem „neuen Konzept“ für das gesamte Ensemble. Der Bereich sei trotz seiner zentralen Lage bislang nur eingeschränkt genutzt worden und habe sein Potenzial nicht ausgeschöpft. Nach Angaben der Kreisverwaltung ist eine grundlegende Umgestaltung vorgesehen, die über reine Verschönerungsmaßnahmen hinausgeht. Geplant sind unter anderem neu gestaltete Freiflächen, gastronomische Angebote sowie eine stärkere Nutzung für Veranstaltungen. Bei größeren kulturellen Ereignissen soll der Verkehr im Bereich der Bastei eingeschränkt oder vollständig eingestellt werden. Zuletzt waren 2023 im Zuge des Programms „Temeswar – Kulturhauptstadt Europas“ einzelne Investitionen umgesetzt worden, darunter die Modernisierung des touristischen Informationszen-trums in der Bastei. Eine umfassende Neugestaltung des gesamten Ensembles steht jedoch weiterhin aus. Mit der nun beschlossenen Zusammenarbeit wollen Kreisrat und Stadt die Voraussetzungen schaffen, um das Projekt in eine konkrete Umsetzungsphase zu überführen.