Legendärer Marta-Doppeldeckerbus bald wieder am Rollen

Foto: HUB Cultural „mARTA“

Arad – Auf den Straßen von Arad wird bald ein Stück lebendige Geschichte unterwegs sein: Die erste funktionale Nachbildung des berühmten Doppeldeckerbusses „Marta“ soll spätestens Mitte Juni in Betrieb genommen werden. Das bestätigten die Initiatoren des Projekts vom HUB Cultural „mARTA“ Arad, einer Einrichtung, die sich der Förderung des industriellen und kulturellen Erbes der Stadt widmet.

Projektleiter Ovidiu Balint, Manager des Kulturzentrums „mARTA“, gab bekannt, dass trotz einiger Verzögerungen die Arbeiten nun weit fortgeschritten sind. „Das Fahrgestell ist bereits fertiggestellt, und auch die Konstruktion der Karosserie ist abgeschlossen. Der nächste Schritt ist die Produktion bei einem Automobilunternehmen in Lippa/Lipova“, erklärte Balint gegenüber lokalen Medien. Die Replik soll alle Anforderungen moderner Sicherheits- und Zulassungsvorschriften erfüllen und wird – wie es sich für das 21. Jahrhundert gehört – vollständig elektrisch betrieben. Damit verbindet sie historische Authentizität mit zeitgemäßer Nachhaltigkeit.

An der Umsetzung sind nicht nur Ingenieure und Designer beteiligt, sondern auch Studierende der Universität „Aurel Vlaicu“ in Arad. Ihre Fakultäten für Design und Ingenieurwesen brachten sich sowohl in der Konstruktion als auch in der ästhetischen Gestaltung des Busses ein. Das Projekt versteht sich somit ebenso als Lehr- und Forschungsinitiative, die junge Talente fördert und praktische Erfahrungen ermöglicht. Der neue „Marta“-Bus ist für touristische Stadtrundfahrten konzipiert und soll noch im Laufe des Jahres in Betrieb gehen. Die Initiatoren planen insgesamt zwei Nachbauten des historischen Fahrzeugs, um es dauerhaft in das kulturelle Stadtleben einzubinden.

Das Original des Doppeldeckerbusses „Marta“ wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in der Fabrik Westinghouse – MARTA (Magyar Automobil Részvénytársaság Arad) produziert. Das Werk, das 1909 gegründet wurde, war die erste Automobil- und Motorenfabrik auf dem heutigen Gebiet Rumäniens. Es stellte nicht nur Busse, sondern auch Autos und Nutzfahrzeuge her, die in ganz Europa – unter anderem nach Großbritannien – exportiert wurden. Zwischen 1909 und 1914 galt „Marta“ als eines der technisch fortschrittlichsten Unternehmen der damaligen Habsburgermonarchie. Die heutige Nachbildung steht somit nicht nur für technisches Können, sondern auch für den industriellen Stolz einer Region, die damals wie heute Innovationsgeist verkörpert.

Mit der Wiedergeburt des Doppeldeckerbusses will das Projektteam das Erbe der Arader Fahrzeugbauer ehren und gleichzeitig Impulse für grünen, nachhaltigen Tourismus setzen. Wenn die geplante Inbetriebnahme im Juni gelingt, könnte der „Marta“-Bus bald als rollendes Wahrzeichen der Stadt gelten – eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft auf vier elektrischen Rädern. Das Projekt wird im Rahmen der Initiative HUB Cultural mARTA vom Stadtrat Arad, der Universität „Aurel Vlaicu“ und mehreren regionalen Industriepartnern unterstützt. Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Seite der Stadt Arad und auf der Website des Kulturzentrums mARTA.