Medizinische Premiere in Temeswar

Ärzte retten 78-Jährigen mit innovativem Eingriff

Temeswar – Am Kreiskrankenhaus in Temeswar/Timișoara ist Ärzten der Gefäßchirurgie erstmals eine hochkomplexe EVAR-Notfalloperation gelungen. Mit dem minimalinvasiven Eingriff rettete das medizinische Team einem 78-jährigen Patienten das Leben, der mit akuten Bauchschmerzen in die Notaufnahme eingeliefert worden war. Die Untersuchungen ergaben ein lebensbedrohliches Bauchaorten-aneurysma mit einer Größe von rund 11,2 mal 8,5 Zentimetern – ein Befund mit extrem hohem Risiko für eine tödliche Ruptur. Der Eingriff wurde von einem multidisziplinären Team aus Gefäßchirurgen, Anästhesisten sowie Spezialisten aus Operationssaal und Intensivstation durchgeführt. Geleitet wurde die Operation von dem Gefäßchirurgen Sorin Barac.

Die Ärzte entschieden sich für eine sofortige endovaskuläre Versorgung, die erstmals in der Klinik im Notfallmodus durchgeführt wurde. Bei der sogenannten EVAR-Prozedur (Endovascular Aortic Repair) wird über die Blutgefäße eine spezielle Gefäßprothese, ein sogenannter Stent-Graft, eingesetzt, um das geschwächte Aneurysma von innen abzudichten. Im Gegensatz zur klassischen offenen Bauchoperation ist kein großer chirurgischer Schnitt notwendig.

Nach Angaben des Krankenhauses war die minimalinvasive Methode entscheidend für die Überlebenschancen des Patienten. Besonders bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen gilt EVAR als deutlich schonender, da sowohl das Operationsrisiko als auch die Erholungszeit erheblich reduziert werden. Die Ergebnisse entsprechen internationalen medizinischen Standards und markieren einen Fortschritt für die Gefäßchirurgie in Westrumänien.

Von besonderer Bedeutung ist laut Krankenhausleitung auch, dass die moderne Behandlung im öffentlichen Gesundheitssystem verfügbar ist und über die rumänische Krankenkasse abgerechnet wird. Damit erhalten Patienten in der Region Zugang zu modernen minimalinvasiven Therapien – selbst in akuten lebensbedrohlichen Notfällen – ohne zusätzliche Kosten.